Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 115

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Erwiderungen [Nachricht] / Jampel, Siegmund
Date
1911-01-01
Page
Seite 115 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829835-2829837--38525-2847055
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Erwiderungen. 115 Oder es überschreiben Zimmern-Winkler, S. 319 ihres Werkes: »Die Keilinschriften und das A. T.״«: Die biblische Chronologie ein Schema, und bemerken dazu: »Von vornherein ist hiernach selbstverständlich, daß auch der Chronologie der israelitischen Überlieferung ein derartiges Schema zugrunde liegt«. In der Tat ist dies ganz selbstverständlich. Sobald man einmal die Geschichtlichkeit der Zahlen leugnet -־־■ und diese Freiheit nehme ich mir allerdings mit tausend anderen — und man nicht annehmen will, daß der Verfasser gcdankenlos Irgendwelche Zahlen, die ihm gerade in den Sinn kamen, niederschrieb, ohne zu fragen, ob sie zu einander stimmen, entsteht sogleich die Frage, warum er Adam gerade 930, Set 912, Enosch 905 Jahre alt werden läßt und nicht, sagen wir, 830, 750, 620 o. ä. Es entsteht die Frage nach dem System, aus dem diese Zahlen sich ergeben. Die Versuche dieses System aufzudecken, sind, wie ich schon auf S. 1 meines Buches berichte, zahlreich, und die Literatur darüber schier unübersehbar. Den meisten Ankiang hatten bisher die Berechnusgen von Oppert gefunden, der in den biblischen Zahlen der Urzeit eine arithmetische Reduktion eines babylonischen Systems sieht und von Ä. v. Guischmid u. Th. Nöldeke, welche an nehmen, daß die Theorie einer Weltzeit von 4000 Jahren zugrunde liege, von weicher für die Zeit v3n Schöpfung und Auszug 8/* 2066 angesetzt sei. Aber es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht neue Versuche auftauchen. Einer der letzten ist der von Bosse in den Mitteil. d. vorderasiatischen Gesellsch. 1908 (der mein Buch nicht zu kennen scheint), wonach zwei chronologische Systeme zusammengearbeitet seien; das erste mit der Generationszahl 40 berechne von Adams Geburt bis zum Ende des Exils 50X40 2000 Jahre, wozu aber Korrekturen des biblischen Textes nötig sind, das zweite, auf der Zahl 260 beruhend, wolle ein sog. großes Jahr von 3166 « 124X260 446 ־ Jahren erzielen. Auch nach Bosse sind mir noch mehrere Versuche bekannt geworden. Ich muß es daher al3 eine unverdiente Ehre ablehnen, der Eriinder dieser »neuesten«(!)exegetischenMethode zu sein. Meine Lösung ist eine unter vielen, die jedenfalls das Verdienst in Anspruch nehmen kann, daß sie die Sache nur aus den Aussagen der Bibel selbst erklärt, daß sie sich jeder willkürlichen Textänderung enthält, daß sie den Nachweis bis in die kleinsten Details führt und in sich vollkommen widerspruchslos ist. Ja ich zeige, daß sogar der sprachliche Ausdruck für die Zahlen die Art ihrer künstlichen Berechnung verrät. So glaube ich allerdings, daß nunmehr der Schlüssel des Rätsels gefunden ist. Es gereicht mir zur Genugtuung, daß z. B, ein so namhaftet Forscher, wie der bekannte Assyriologe Alfr. Jeremias sich be- *reits zu meinen Resultaten bekennt: »Die Lösung des Exempels 8*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.