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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 114

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Erwiderungen [Nachricht] / Jampel, Siegmund
Date
1911-01-01
Page
Seite 114 (sequence 3)
Language
German
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114 Erwiderungen» die Lesung wehaschkabat veranlaßt, nicht kennt, der versteht nichts von der hebräischen Grammatik« mit zur Verteidigung dieser Lesung gehört, wird doch auch Herr Dr. Fromer nicht in Abrede stellen wollen. Um aber eine weitere Berichtigung seitens Herrn Froxners zu vermeiden, konstatiere ich ausdrücklich, daß die Verteidigung des Schnitzers »wehaschkabat« nicht zwei volle Setten umfaßt. V- Aptowitzer. Herr B. Jacob sendet die nachfolgende Erwiederung ein. Unter der Überschrift: »Neueste exegetische Methoden« hat Herr S.Jampel, S- 395, Jahrg. 1910 dieser Zeitschrift auch meinem 1905 erschienenen Pentateuch einige Zeilen gewidmet. Da der Aufsatz für einen weiteren Leserkreis bestimmt zu sein scheint und erhebliche Irrtümer enthält, so dürfte eine Richtigstellung nicht unangebracht sein. Zu den neuesten exegetischen Methoden zählt Jampel nämlich auch den von mir vertretenen Standpunkt, daß, um zunächst hievon zu reden, die chronologischen Angaben des Pentateuch ein künstliches System sind. Ich will mich nicht dabei aufhalten, daß der Herr Referent über den Begriff »exegetisch» nur unklare Vorstellungen zu haben scheint, Mit der Exegese haben diese Dinge wenig oder gar nichts zu tun. Aber nach dem Ausdruck, den Herr Jampel gebraucht und den Ausführungen, die er daran anknüpft, scheint er überhaupt mit der Pentateuchforschung wenig bekannt zu sein. Denn abgesehen natürlich von der Orthodoxie, welche die biblische Geschichte von Adam an für bnchstäbliche historische Wahrheit hält, ist mir auch nicht ein Forscher bekannt, welcher anderer Meinung ist. Es ist die einstimmige Meinung aller Gelehrten, daß den Zahlenreihen von Adam bis Noah, sodann von Noah bis Abraham, ferner den Zeitangaben für das Leben der Erzväter und den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten ein künstliches System zu gründe liegt. Jeder wissenschaftliche Kommentar zur Genesis, jedes Handbuch, jedes Realwörterbuch berichtet darüber. So beginnt, um ein beliebiges Beispiel herauszugreifen, der konservative Kittel den Artikel »Zeitrechnung« in der Prot. Realencyclopädie 4, Bd. XXI, p- 369 folgendermaßen: »I. Das System. Ein chronologisches System hat es zweifellos innerhalb des A. T. gegeben, vielleicht sogar mehrere, ,die einander kreuzen . . . man ist in der Hauptsache heute über den Standpunkt, sie (diese Zahlen) geschichtlich verstehen, bez, sie als reine Geschichte »retten« zu wollen, hinausgewachsen«. Ein anderer (Bosse) beginnt: »Was die früheren Bearbeiter dieser Fragen angeht, sind, sich fast alle über den systematischen Charakter der Chronolo־ gien einig. Ihr Aufbau, nicht ihre historische Richtigkeit ist darzulegen!«

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