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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 105

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1911-01-01
Page
Seite 105 (sequence 6)
Language
German
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Besprechungen. ios ausschließt? Hat Ezechiel weniger Autorität, als Jeremia? Und wr« will uns N. seine Behauptung plausibel machen, daß der babylonische Prophet, anstatt für die Reinheit des monotheistischen Gedankens zu kämpfen, gegen Jeremia für den Engelglauben eintritt (S. 18)? Der Priestercodex mit seinem gesetzlichen Denken, dem heiligen Ernst in der Behandlung cultischer Fragen steht der Schule des Priesters Ezechiel ohne Frage näher, als der Jeremias, Wenn nun im P. C. der Engelglaube fehlt, wird damit die Behauptung, daß Ezechiel für ihn eingetreten ist, hinfällig. Von einem Kampf Jeremias gegen den Engelglauben kann gleichfalls nicht die Rede sein. Die Engel der Bibel sind nichts, als die ausführenden Boten Gottes, ohne jede Selbständigkeit, beeinträchtigen also auch nicht seine Einheit. Was N. über diese Frage sagt, ist absolut unbegründet. Wer den Priestercodex in der Schule Jeremias und das Heiligkeitsgesetz in der Ezechiels entstehen läßt, stellt offenbar einer vorgefaßten Theorie zu Liebe die Wahrheit auf den Kopf. Warum hat die Mischna, wenn sie wirklich gegen den myihisehen Engelglauben kämpft, nach Neumarks eigener Darstellung mit »dem Dogma der Praeexistenz der Thora« und dem Auferstehungsglauben neue mythische Vorstellungen aufgenommen? Gehören dieagadischen Teile des Talmud den Amoräern weniger zum offiziellen Judentum, als die halachischen Diskussionen? Dann hätte R, Aschi sie bei der Redaktion des Talmud schwerlich aufgenommen. Wer die Geschichte des Judentums nicht gewaltsam konstruiert, sondern in ihrem״ tatsächlichen Verlauf objektiv betrachtet, gelangt zu dem Ergebnis, daß die Formel, die N. für sie aufstellt, vollkommen falsch ist. Den Übergang vom mythologischen zum philosophischen Denken vermittelt nach seiner Darstellung der Talmud. »Der schon längst im geistigen Leben des Judentums wirksame alexandrinische Platonismus, der jetzt neu hinzutretende Aristotelismus, der Muta-״ zilismus und alle anderen Impulse von aussen, auf die uns unsere Untersuchung bald führen wird, alles dies ist die zugegebene Voraussetzung, aber der Urquell, in den alle diese weit von״ den Bergen her rieselnden Wasseradern einmünden, muß in den Tiefen des Voiksgeistes selbst entsprungen, die lebendige Kraft, die״ alles zum Blühen und Knospen treibt und die Frucht zur Reife bringt, kann nur dem Herzen des Volkes entsprungen sein. Der Geist des jüdischen Volkes aber ist der Geist der Halacha« (S. 138). »Das Judentum besitzt keinen nennenswerten Philosophen, oder philosophischen Forscher, der nicht seinen Geist zuerst an der Halacha diszipliniert hat« (S. 140). »Die größten Autoritäten der Halacha suhL zugleich diejenigen, welche die höchsten Höhen des philosophischen-

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