Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 11)
- Language
- German
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74 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonaischen Zeitaltei. Saadja, entgegen den eidlichen Versicherungen, die er dem Exilarchen gegeben, keine gemeinsame Sache mit dessen Gegnern zu machen, dennoch gegen diesen Zettelungen angestiftet und sich mit seinen Feinden verbündet habe1). Ferner habe er, sich in seiner Eigenschaft als Hochschul- Präsident überhebend, vielfache Erpressungen und Ungerechtigkeiten zu schulden kommen lassen2), so daß der Exilarch oft um Hilfe angerufen wurde3). Es wurde ferner gegen Saadja der Vorwurf einer öffentlichen Entweihung des Sabbat durch Tragen und dergleichen4), eines unsittlichen Lebenswandels in Verbindung mit mehreren Genossen5), einer ketzerischen Denkart und Verächtlichdieser Karäer auch Mitteilungen über den Streit mit Ben Meir gemacht hat, in denen ein schadenfroher Ton nicht zu verkennen ist. Vgl. auch den Nachweis von Harkavy a. a. O. S. 223, daß darin die Streitschrift Aaron ibn Sargädo's benutzt ist, indem dessen eigene Worte hebräisch wiedergegeben werden, während der Karäer seine fortschreitende Beschreibung des Inhalts in arab. Sprache gibt. x) Vgl. a. a. O., S. 225—227 u. besonders S. 232, Z. 5 v. u. 2) Vgl. a. a. O, S. 226 Z. 7 fgg.;: מתגאה בשם ראש ישיבת גאון יעקב . . . ויקבץ ממון ... וישב לשפוט משפט שחד בשבעה גוונים קבל שחד והטה משפטם u. s. w. 3) So allein, ist der Sinn der arab. Worte a. a. O, Z. 13—14;;א[ אלנאס עאודו פי אלאסתנאתד, so daß mir die dort von Harkavy, Anm. 14 gegebene Übersetzung: שבו מדרכם המוטעת והתחברו עמה ganz unklärlich erscheint, zumal sie dem Zusammenhang gar nicht entspricht. ף Vgl. Harkavy a. a. O., S. 227, Z. 4—8; vgl. auch ebendort, S. 225. 5) Vgl. a. a. O., S. 227—28. Unter den dort genannten Genossen Saadja״s werden auch die בני בעז erwähnt. Es ist nun merkwürdig, daß in dem von mir in Monatsschrift 1908, S. 332—333 skizzierten Pamphlet gegen Bosfcanai, — vgl. jetzt auch Worin an im JQR. XX S., 214, —ln Verbindung mit den Nachkommen David ben Sakkai״s behufs Diskreditierung der Exilarchen die סאיר בעז, die Nachkommen des Boas, genannt werden. Sollen es etwa dieselben sein, wie die in dieser, doch jedenfalls vom Exilarchen inspirierten Schrift? Hier heißt es übrigens: וילדי זונה הם בני בעז בהודאתם. Soll durch deren Eingeständnis ihre Schuld gemildert erscheinen?