Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 72

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1911-01-01
Page
Seite 72 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829835-2829837-2846918--38478-2847012
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

72 Beiträge zur Geschichte lind Literatur im gaonäischen Zeitalter. dH© riittti dieses, ,was tinsefe Welsen דרך טובים und איחוה צדיקןים nennen, befolgen sollte; jedoch habe eine solche Entscheidung nicht der Richter zu treffen, sondern sie stehe allein dem Eigentümer 2u. Der Richter müsse, wie es in Lev. 20, 15 ausgesprochen ist, in seinem Urteil sich vor jedem Übermaß zurückhalten, er dürfe weder Unrecht tun noch falsches Mitleid haben1). Es ist nun nicht zu verwundern, daß ein in jeder Be- Ziehung geistig So hochstehender und von einem tiefinnerliehen Redhtsgefühl erfüllter Mann in der Umgebung vielfach die Rücksicht gegen andere außer Acht lassender und kleinlich denkender Menschen alsbald Anstoß erregen mußte. Zwei Jahre nur bestand ein leidliches Verhältnis zwischen dem Gaön und dem Exilarchen, bis eine Rechtsverletzung des letzteren, wdbei auch sein eigenes Interesse in Betracht kam, und die Saadja nicht gütheißen mochte, den von diesem auch jetzt noch vermiedenen Konflikt herbeiführte2). Der G&on hatte8) wiederholt eine Erklärung seiner Weigerung zu umgehen sich bemüht, jedoch Infolge der Beschwörung der Abgesandten des Exilarchen seine Bedenken geäußert. Auch den zuerst von Juda, dem Sohne Dävid’s, in Ehr* * er&ietüng*) gemachten Versuchen, ihn ufnzustimmen, widersetzte sich Saadja, bis jener sich zu Drohungen hinreißen ließ, die Saädjä’s Umgebung äüch zu Tätlichkeiten gegen ‘) A. av •0.5. 39 (Bl. 2 v.) Z. 9 fgg.: אןיא אין ד,דה אל6ויי*מ עלי אלטאלך לא עלי אלחאפם ליפין אלחאכם לא יזיד ולא ינקין ולא ירתי ולא יחיך לקולה לא תעשו עול כמשפט לא תשא״פני דל. *) Bekanntlich mußten die Geonirn die gerichtlichen Entscher• düngen der Exilarchen bestätigen; vgl. Monatsscbr. 1908 S. 336, An* merKUhg 2, *) Die: DärsteWang nach Nathan Babli bei Neubauer ä. a Ö. II, S. 80—81. *) Vgl. i. '<i. Ö. 5. 81, Wo es heißt, daß Juda efem Saadja nicht die Worte seines Vaters: חתום ואל תהי שוטה übermittelte, vielmehr: אמר לו בבקשה ופיוסי] שיחתום את השטרות כדי שלא תהא מתלוקת בינו ובין אביו בדבר:;זה.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.