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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 60

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1911-01-01
Page
Seite 60 (sequence 18)
Language
German
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60 Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. von allerdings der Form nach sehr verschiedenen, dem Wesen nach aber zweifellos verwandten und auf gleiche Vorstellungen zurückgehenden Festen und Gebräuchen. Naturgemäß müssen sich solche an die Jahreszeiten anlehnende Feste mit kosmischen Beziehungen nach der Art der Zählung und Gestirnerechnung der Völker richten. Es werden also bei solchen Völkern, die Mondjahre haben, gleich den Hebräern jene Feste mit ihnen in den Herbst, solche die Sonnenjahre haben, wie die Perser, in das Frühjahr verlegt. Oder aber es wird, wie es tatsächlich der Fall ist, eine künstliche Harmonisierung beider Zeiten und Feste stattfinden (vgl. Benzinger, Arch.2 167, 168). Jardin (Voyages en Perse, Paris 1811, II, 270) erzählt uns, daß die alten Perser am Noruz, ihrem Neujahrsfeste, das auf den ersten Frühjahrstag fällt, durch gegenseitiges Begießen mit Wasser feiern. In Syrien finden wir ein höchst merkwürdiges Fest, das Kremer (Mittelsyrien und Damaskus, S. 121 ff ) anschaulich beschreibt. »Ein sehr merkwürdiges Fest der Damaszener ist im Monate April das Nauruzfest oder Frühlingsfest, welches drei Tage dauert. Am Abende dieses Festes laufen die Knaben mit angezündeten in Öl getränkten Spänen durch die Gassen, reißen sich dieselben aus den Händen oder suchen sich sie gegenseitig auszulöschen und treiben allerlei Unfug« .. . Daß dieses Nauruzfest eines der ältesten Volksfeste sei; beweisen die Zeugnisse der morgenländischen Schriftsteller. Von diesem Feste sagt Ibn Ajäs in dem Werke Nestik-el-Ezhäz fi Adschaib-el-Aktar folgendes : Das Id en- Naurüz ist das erste Fest des kosmischen Jahres. Es ist Sitte, an diesem Tage Feuer anzuzflnden und Wasser auf zu s pr i tz e n. Dieses Fest war eines der größten Feste in Ägypten. Der erste, der dieses Fest einsetzte, soll Dschemdschüd, der bekannte persische Herrscher, gewesen sein. Ibn Zaulak sagt: lm Jahre 363 verbot der Chalif el-Muizz-liddinallah das An zünde n von Feuern in den Gassen und

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