Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 17)
- Language
- German
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Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. 59 Reinen der im Sturm emporfuhr, der für Gott geeifert (Elias) und Himmelsfeuer durch sein Gebet erflehte, so daß es Staub und Wasser verzehrte«. Um willen der Getreuen hilf» uns, die heute vor dir ihr Herz ausschütten wie Wasser, um vor dir die Segenskraft des Regens zu erflehen denen, die am Schilfmeer dir Lieder sangen«. »Denen, die vor dir das Wasser hingoßen als Opfer und aus den Quellen des Heils das Wasser schöpfen, hilf!« »Die zu Dir um Wasser flehen so bescheiden, wie die Weiden am Bache, gedenke unseres Wasseropfers und hilf uns«. — »Des Himmels Pforten öffne, deinen kostbaren Schatz erschließe und sende uns dein Heil«. Am Schluß all dieser Gebete wird das Bachweidenbündel am Fußboden (Hinweis auf die Erde und die Unterwelt) abgeklopft und dann ein Gebet gesprochen, in welchem die Hilfe Gottes um willen der getreu beobachteten Prophetengebräuche erfleht und um Regen gebetet wird. Derganze Komplex von Zeremonien und Riten, festlichen Umzügen und Veranstaltungen, volkstümlichen Feiern und Belustigungen, die sich am Hüttenfeste vor unseren Augen abspielen und mit dem eigentlichen Festgedanken, wie er biblischer Überlieferung entspricht, nicht in engerem Zusammenhange steht, stellt sich uns als uralter Ritus dar, der eine H er bst f eier voraussetzt, bei welcher die ältesten, im Volke lebenden mythischen Vorstellungen hervorleuchten und alle kosmischen Beziehungen deutlich werden. Es handelte sich bei diesen Volksfesten um die feierliche Begrüßung der Zeit der Herbstes Tag- und Nacht-Gleiche, in die ja nach althebräischer Vorstellung die Entscheidüng über Regen und Segen des Jahres fiel, insbesondere aber auch nach uralter Überlieferung die Erschaffung der Welt, die im Tischri, dem klassisehen Monate der Feste, stattfand. Nicht vergeblich suchen wir nach Parallelen aus alter und jüngerer Zeit bei den Völkern des Orients. Wir erfahren