Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 15)
- Language
- German
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Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. 57 Der dem Monate TiSri entsprechende Muharram war auch bei den Arabern durch die Hag ausgezeichnet. Das siebenmalige Umkreisen der Bimah (resp. d. Eben Schetijjah) mit den Palmen, erinnert an ähnliche Gebräuche, die aus der arabischen und griechischen Überlieferung bekannt sind »Der siebenmalige Umlauf der Pilger um die irdische Kaaba ist gleich dem Kreisen der Engel, das heißt, der heidnischen Planetengötter um den mystischen Stein als Weltmittelpunkt. Genau dieselbe Vorstellung knüpft sich an das kleinasiatische Gegenbild der Kaaba, die Kybele 6p.<pocXtf als Göttin des heiligen Berges und als mystischer Nabelstein öu.<pxX71 Göttermutter als Weltmittelpunkt des sa-rla. Plato (Phaedros XXVI, 241a) schildert den Reigen der Unsterbliehen unter Führung des Zeus auf ihrem Flügelwagen das Firmament umkreisenden Götter, bei dem Hestia allein im Hause der Göttin zurückbleibt«. Es ist nun außer Frage, daß das biblische Hüttenfest einen ganz anderen Charakter trägt als dieses arabische Wallfahrtsfest. Ebenso ist die innere Verwandtschaft der gewiß bereits in vorbiblischer Zeit im Volke lebenden Sitten und Gebräuche zur Zeit des Herbstregens, wozu wir auch das Wasseropfer rechnen dürfen, gegeben. Insbesondere liegt die Vermutung nahe, daß der אבן שתיה der Gegenstand des Zuzuges der wallfahrenden Mengen gewesen sein mag, denn er ist ja der Weltmittelpunkt; er deckt ja die Sintflutgewässer und um ihn und zu ihm mag der »Vaqüf« die Prozession stattgefunden haben, als deren Umwandlung die Umkreisung desAltarsmit dem F e st Strauße am Hüttenfeste angesehen werden darf, die sich bis heute im Ritus der Synagoge erhalten hat. Die Wiedergeburt des alten Gedankens der Wasser- und Regenfestlichkeit können wir auch mit Recht in dem Ritus des Hoschanäh rabba und des siebenten Tages des Chag erblicken. Wird doch die Einführung des Umzuges um den Altar mit der »Arabah«, Bachweide, im Talmud selbst (Sukkah 44 a) als