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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 55

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1911-01-01
Page
Seite 55 (sequence 13)
Language
German
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Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. 55 Hände wusch im heiligen Wasser und fünfmal die Wassersprengung vollzog«. »Gedenke der zwölf Stämme, die du durch die geteilten Wasserwegen führtest, denen du das bittere Wasser versüßtest. Ihre Nachkommen hangen dir treu an und geben ihr Blut hin wie Wasser für dich. Wende du es ab, wenn unser Leben Wasserfluten bedrohen. Umwillen ihrer Tugend begnade uns mit Fülle des Wassersege ns«. Das ist ein zweiter Refrain des Gedichtes. Es klingt aus in die Worte: »Denn du, Ewiger unser Gott, bist es, der den Wind wehen und den Regen niederströ men läßt, zum Segen und nicht zum Fluche; zur Sättigung und nicht zum Hunger; zum Leben und nicht zum Tode«. ln ganz ähnlicher Weise sind die Gebete gebaut, die am Passachfeste als Tausegen gesprochen werden; also in der Frühlingszeit; vollständig analog der eben behandelten Gebetordnung des H e r b s t f e st e s. Ich will auch hier nur einige wenige Beispiele bringen, welche dieses Taurituale besonders charakterisieren. »Die Tehomoth sehnen sich nach des Taues Träufeln, sowie die ganze Flur nach ihm schmachtet . . . Durch die Wunderkraft des Taus erwachen einst zum Leben, die tief in Grüften schlummern«. »Zum guten Zeichen ist der Tau; er bringt Pflanzen hervor und verschafft Freude frohlockender Jungfrau. Er ernährt ganze Scharen, läßt sie mächtig und zahllos werden. Mit des Schöpfers Stimme möge der Tau die im Staube Verborgenen erwecken«. »Vernimm dieses Gebet und lasse sie in Sicherheit wohnen (die zu Dir die Augen erheben); Tau werde in Regengüssen zugedacht im Monate Marcheschwan. Mit Wolken beschütze sie, um sie wie ein zartes Kind zu tragen. Segensreicher Tau umgebe sie. Dem Himmel befiehl, daß er Tau gebe«. »Er beglücke mich unter den Nationen und ich will ihm danken in meinem Lobgesange. Tautropfen mögen mich

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