Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 9)
- Language
- German
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Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. 51 schützen bestrebt gewesen sind, beweist Büchler (das.) auf das Eingehendste. Sie waren nach dem Sturze Anan ben Anans die alleinigen Herren des ganzen Heiligtums. »Alles, was die Sadduzäer im Opferdienste bestritten hatten, wurde jetzt mit größter Feierlichkeit und großem Schaugepränge vollzogen — so das Wasseropfer am Laubhüttenfeste« (Büchler: Kultus usw. S. 206). Nach talmudischer Überlieferung sind der Gebrauch der Bachweide bei dem Umzuge um den Altar, sowie auch das Abschlagen der Zweige an den Fußboden als מנהג נביאים oder יסוד נביאים (prophetische Einrichtungen und Überlieferungen) zu betrachten. (Sukkot 44b, jer, Sukka IV, 55 b, 47., Büchler, Das Synhedrion in Jerusalem, S. 63, Anm.) Die ganze Feierlichkeit des Umzuges wird in Sukka 45a (IV, 5) ff. genau beschrieben. Es muß ähnlich dem Wasserschöpfen und Wassergußopfer, eine höchst feierliche, großartige Veranstaltung gewesen sein. Der Altar war von hohen Weidenästen umgeben. Unter tönendem Posaunenschall wurde der Umzug gemacht, unter Psalmensingen und Palmenschwingen, Man sang die Worte: »Hilf o Gott, Beglücke 0 Gott« (Ps. 118, 25) oder man rief: »Ich und Er! Gib Hilfe (אני והו הושיעה נא nach der Leseart des Jer. והוא). Am siebenten Tage wurde der Umzug siebenmal gemacht. Biem letztenmale wurde gerufen: יופי י^ך מזבח »Schönheit dir, Altar«; oder: »Gott und dir, Altar«. Bringen wir diese Schilderung in Verbindung mit der merkwürdigen Beschreibung der Festlichkeiten beim Wasseropfer und der »Freude des Wasserschöpfens«, so können wir uns des Eindruckes nicht erwehren, daß wir es hier mit fremdartigen Sitten und Gebräuchen zu tun haben; immer abgesehen vom eigentlichen biblischen Hüttenfeste, mit welchem diese Festlichkeiten nicht in unmittenbarem Zusammenhänge stehen; denn diese Feste sind, so alt sie sein mögen, erst später wieder zu religiösen aus volkstüm- 4*