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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 50

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
Date
1911-01-01
Page
Seite 50 (sequence 8)
Language
German
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50 Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. im Tempelvorhofe anwesenden Volksmengen zu reizen. Mit rücksichtsloser Erbitterung warfen die Anwesenden die Festfrüchte (Etrog), welche sie in Händen hatten, nach dem ketzerischen König und beschimpften ihn als einen unwürdigen Hohenpriester, als den Enkel einer Gefangenen.« Hier bringt Graetz die Berichte des Talmud (s. oben) mit denen des Josephus (Ant. Xlll, 13, 5) in Verbindung, der Alexander Jannai als den Opfernden nennt, ohne zu sagen, daß er das Wasser auf seine Füße geschüttet hätte und identifiziert den anonymen Sadduzäer oder Boathusäer des Talmud und der Tosefta mit Alexander Jannai. Die beiden Berichterstattungen scheinen auch wirklich dasselbe Ereignis im Auge zu haben (Graetz 111, Note 13). Das wird auch allgemein angenommen und auch von Büchler (Die Priester und der Kultus im letzten Jahrzehnt des Jerusalemitischen Tempels. S. 113) ohne weiteres zugegeben. Sowie die Sadduzäer seinerzeit das deutliche Gefühl hatten, daß das Wasseropfer und seine Ceremonien ein fremdartiger Einschlag im heiligen Tempeldienste seien und die Pharisäer wieder die Überzeugung gewannen, daß man einen so uralten Brauch nur mit großer Gefahr bekämpfen oder gar beseitigen könne; ebenso haben alle späteren Beobachter dieser Sitten empfunden, daß sie sich nicht mühelos in den Rahmen sonstiger gottesdienstlicher Übungen fügen, ohne ihnen eine andere Erklärung als die eines uralten Brauches, einer Volkssitte, geben zu können (s. Delitzsch in Riehm’s Handwörterbuch d. bibl. Altertums Art. Trank- Opfer und Laubhüttenfest, Baudiss in, Studien z. semit. Religionsgesch. II, 150 u. 170, Wellhausen, Israelit, u. Jüd. Gesch. 5, S. 305). Das Wasserschöpffest wird auch in den Evangelien erwähnt und die Stelle zeigt, daß es zur Zeit Jesu mit größter Feierlichkeit begangen worden ist (Evang. Joh. 7, 37 ff.). Daß die Pharisäer den größten Einfluß auf den Tempeldienst hatten und die alten Volksbräuche mit möglichster Heiligkeit zu umgeben und zu

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