Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 5)
- Language
- German
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Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. 47 ist; daß ‘EsTia aber im griechischen Lehnwort und in der hebräischen Überlieferung nur volksetmyologische Erklärung findet. Das weist auf uralten gemeinsamen Ur- Sprung hin. Es mag schließlich auch erwähnt werden, daß der Schethijjastein auch in der Sibylle erwähnt wird. Friedländer (Apologetik, S. 89) weist darauf hin, identifiziert שתיה mit hostia und die »Genesis des steinernen Bildes« (des Eselskopfes), das Antiochus Epiphanes im Allerheiligsten gesehen haben soll, ist in dem geweihten Steine zu suchen, auf welchem der Hohepriester am Versöhnungstage das Opferblut gesprengt hat. Auf ihn wird im vierten Sibyllenbuch angespielt, wo es heißt: »Denn auch als Haus hat Er nicht einen im Tempel geweihten Stein, einen schmerzlichen Schimpf und Schaden der Menschen«. Auch Rösch (Theolog. Studien und Kritiken 1882, S. 536) vermutet in dem שתיה den Es e 1 s k 0 p f. Der Esel aber war — das möge nicht uherwähnt bleiben — der Hestia-Vesta geweiht (Preuner 1. c. S. 38) und ist das Symbol der Fruchtbarkeit. 3. Die Zeremonien. Die mit dem Wasserschöpfen und Wasseropfer verbundenen Feierlichkeiten werden uns im Talmud ausführlich beschrieben (Sukka V, 1— 5). Das Flötenspiel zur Feier der (שמחת בית השואבת) Freude des Wasserschöpfens dauerte fünf oder sechs Tage (je nachdem Sabbat hineinfiel oder nicht). Wer dieses Fest nicht gesehen hat, hat überhaupt nie im Leben Freude gesehen. Was unter בית השואבה zu verstehen ist, ist nicht vollkommen klar. Sicher aber ist, daß dieses Fest sich auf das Wasseropfer am Hüttenteste bezieht. Darüber sind die Kommentatoren vollkommen einig. Was שואבה bedeutet, wußten die Gelehrten nicht mehr sicher; es wird auch חשובה anstatt שואבה überliefert und beides ist nach Mar Sutra richtig; חשובה ist richtig, weil die Abhaltung des Festes hochgeehrt und wichtig war, eine Pflicht, die seit den Tagen der Schöpfung gilt <טצוה