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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 27

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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Die Chjristusmyibe des Prof• A. Drews im Lichte d. Wissenschaft. 27 fest bietet eine Inschrift von Pergamon, nach welcher das pergamische Volk zur Erinnerung an den siegreichen Feldzug ihres Königs Attalos III, der die Stadt von einer drohenden Gefahr gerettet hatte, folgendes Fest beschließt. Jeder achte Monatstag wird, da der siegreiche König an einen! solchen Tage in die Landeshauptstadt eingezogen ist, für einen Festtag erklärt; der Jahrestag ist durch Prozession, Opfer und Festessen zu feiern. Auf eine ähnliehe Entstehung des altpersischen Festes »Magophonia« habe ich noch in meinem »Arisches im Alt. Test.« II, 56 hingewiesen. Es ist d}e Pflicht eines jeden Historikers, die Tat- Sachen auf sich wirken zu lassen, die Überlieferung unbefangen ohne Vorurteil zu prüfen, nicht zwar aus dem Zusammenhange der Völkergeschichte zu isolieren, aber ebensowenig etwas in eine widerstrebende Verbindung hineinzuzwängen. Die Art und Weise aber, wie Professor Drews arbeitet, kann man unmöglich ernst nehmen. Zum Schlüsse untersuchen wir, wie die Anschauung aufkommen konnte, daß der Mensch Jesus ein Gott sei. Drews kühne Vermutung, daß »der mythische Jesus ursprünglich eine Gottheit war, der Mittler und Heilsgott aller jener jüdischen Sektierer, die zum Teil bereits dem 2. Jhdt. vor Ghr. angehören«, ist unhaltbart). Die Vorstellung, daß Jesus selbst Gott sei, ist vielmehr rein kulturhistorisch zu erklären. Schon seit den ältesten Zeiten hielten sich die orientalischen Herrscher Babyloniens und Ägyptens für göttliche Wesen (vgl, z. B. Orient. Lit. Ztg. 12, 1 f. und 12, 16S). Selbst nach ihrem Tode wurden sie noch durch Opfer göttlieh verehrt2). So ließ sich nach Daniel (c* * ß) auch Darius als eine Gottheit feiern. Mit dieser orientalischen Vorstellung 1j Vgl. H. v. Soden, Hat Jesus gelebt? Berlin 1910; H, Weinei, Ist das liberale Jesusbild widerlegt? Tübingen 1910. *) Vgl. L. v. Sybel, Christliche Antike I (1906) p. 49, Anm.

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