Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
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26 Die Ghristasmythe des Prof. A. Drevvs im Lichte d. Wissenschaft. so heißt der Sohn des Ham a ns 0 h n ganz richtig H aman. Dieses beweist, daß Ha man nur aus dem Persisehen stammen kann. Der Ursprung der Esther-Erzählung weist auf Persien hin. Da nun die ältpersisehe Sprache mehrere altbabylonische Wörter aufgenommen hat, so ist es höchst wahrscheinlich, daß in derselben auch das baby- Ionische Wort P u r u, Schicksalslos‘ (= hebr. p u r) Aufnahme gefunden habe. Die Babylonier suchten ja seit uralter Zeit stets die Zukunft vorherzubestimmen. Da es gute und unheilvolle Tage gab, so mußte man bei wichtigen Ereignissen den geeigneten Tag aus den Gestirnen feststellen. Diesen Brauch übernahmen die alten Perser von den Babyloniern. Der babylonische technische Ausdruck puru ,Schicksalslos‘ wird nicht nur den Persern, sondern auch den dort wohnenden Juden geläufig gewesen sein. Ganz dieser baby- Ionisch-persischen Sitte entsprechend berichtet der Midrasch (zu Esth. 3, 7), daß Haman aus den Sternen den geeigneten Tag für die Vernichtung der Juden gedeutet habe. Für die Entstehung des Purimfestes gibt es viele religionsgesehiehtliche Parallelen. Auf eine ähnliche Begebenheit geht unser Ghanukah-Fest zurück. Jahrhunderte lang wurde am 13. Adar der Nikanortag gefeiert, der zur Erinnerung an den glänzenden Sieg über den mächtigen syrischen Feldherrn Nikanor (um 160 v. Chr.) eingesetzt war. Die ägyptischen Juden hatten ein besonderes Fest zur Erinnerung an die wunderbare Errettung, die ihnen einst widerfahren war, als Ptolemäus Physkon sie durch trunkengemachte Elephanten hatte töten lassen wollen (Joseph, contra Ap. II, 5 vgl. auch 3. Makkabaerbuch). Der 12. Adar 118 n. Chr., der Tag, an welchem die von Trajan zum Tode verurteilten jüdischen Freiheitshelden J u 11 an u s und P a p p u s von Hadrian wieder in Freiheit gesetzt wurden, wurde als Halbfeiertag eingesetzt und unter dem Namen J 0 m T i r j a n u s ,Trajanstag‘ noch lange Zeit gefeiert. Eine andere außerjüdische Parallele zu dem Purim-