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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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42 Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte d. Wissenschaft• laubnis, die Juden zu vernichten, er erhebt Mardechai, er läßt Haman aufhängen. Die Namenähnlichkeit zwischen dem babylonischen Gott Marduk und Mardechai ist eine Zufälligkeit. Zunächst ist der Name Mardechai in der Bibel auch sonst belegt. Unter den Juden, die unter Cyrus von Babylonien wieder nach Jerusalem zurückkehren, findet sich ebenfalls ein Mardechai. Schon der hervorragende Assyriologe J.Oppert hatte behauptet, daß derMardechai des Estherbuches nichts mit dem babylonischen Gotte zu tun habe. In babylonischen Kontrakten ist der männliche Personenname Marduka vielfach belegt. Selbst ein Perser zur Zeit des Artaxerxes I. heißt so. Dieser Name läßt sich ohne weiteres aus dem Persischen erklären. Ebensogut könnte er auch vom babylonischen Marduk ursprünglich abgeleitet sein. Jedenfalls war dieser Personenname in jener Zeit sehr gebräuchlich. Nun wissen wir, daß die Juden in der babylonisch-persischen Zeit teils babylonische1 2) teils persische Namen annahmen. ln der späteren griechisch-römischen Zeit führten sie teils römische teils griechische Namen8). So findet sich auf den Grabsteinen der jüdischen Katakomben des alten Rom auch der Name Isidorus. Obgleich in jener heidnischen Zeit zu Rom auch die Isis angebetet worden war, scheuten sich die Juden nicht davor diesen von einer bekannten heidnischen Göttin abgeleiteten Namen zu führen. Esther darf auch nicht mit der babylonischen lätar identifiziert werden. Zunächst hätte babyl. § auch im Hebräischen zu $ (sch) werden müssen. Der Talmud (Megilia 13 a) sagt, daß der Name Esther eigentlich »Stern« bedeute. Dieses weist auf persischen Ursprung hin. Im Altpersischen heißt der Stern star. Auch als Frauenname kommt dieses Wort im Persischen vor. Da nun jedem Fremdwort, das mit zwei 1j Vgl. Samuel Daiches: The Jews inBabylonia in theTime of Ezra and Nehemia according 10 Bahylonian Inscriptions, London;Jews’ College) 1910, p. 11—29. 2j Vgl. L Zunz, Gesammelte Schriften II (Berlin 1876) p.5—10

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