Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
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Dis Christasmythe des Prof. A. Drews im Lichte d. ׳Wissenschaft. 23 Narrenkönig zu jauchzte, auf einem Esel in feierlichem Aufzuge durch die Stadt geleitet. Innerhalb einer festgesetzten Zeit mußte er seinen Ritt beendet haben und verschwinden, widrigenfalls er sich der Gefahr aussetzte, von der Menge angehalten und mitleidslos zu Tode geprügelt zu werden. 4. Ferner »liegt der Erzählung von Esther ein Gegensatz zwischen den Hauptgöttern von Babylon, Mard.uk, l S t a r und denjenigen des feindlichen Elam zu Grunde,« denn Ha man und Waäti wären die elamitischen Götter Human und Maäti. Bietet nicht mein obiges erfundenes Musterbeispiel, nach welchem Egmont ein leidender Messias sei, ein viel beweiskräftigeres Material, als Drews Phantasiestück über Mardechai? Bereits in meinem Buche »Arisches im Alten Testament« habe ich diese Hypothese widerlegt (vgl. auch Jampel in dieser Monatschrift, Bd. 50,289 ff.). Das Estherbuch schildert echt persische Zustände. Selbst der Satz Esth. 8, 15 enthält nichts Fremdartiges, sondern eine ganz ähnliche Ehrung wird auch dem Josef am ägyptischen Hofe zuteil (vgl. 1. Mos. 41, 42 f.), und da dieses nach den Ägyptologen der Sitte der Pharaonen entspricht, so könnte man daraus schließen, daß verdienstvolle Männer auf diese Weise an den orientalischen Höfen ausgezeichnet wurden. Im alten Persien trugen ebenso wie der König auch der Reichsverweser und die sechs Stammesfürsten eine Art Krone (xtvocpts). Ferner haben die Achämeniden häufig verdienstvollen Männern einen Purpurmantel verliehen. Nun ist Mardechai im Estherbuch von Anfang an ein Beamter am Königshofe (vgl. Arisches im Alt. Test. II, 23 f.). Mardechai ist zunächst dem Haman, dem obersten Würdenträger, untergeordnet, Haman wiederum dem Ach'asc hwe ro sch. Dieser persische König, der in den altpersischen Keilinschriften Qhschäyärscha heißt, steht über allen, er bestimmt als Herrscher das Schicksal aller seiner Untertanen, er verstößt die Waschti, er setzt die Esther ein, er gibt Haman die Er-