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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 17

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte d, Wissenschaft. 17 2. Jahrhunderts n. Chr. sieht man zuweilen zum Zeichen dafür, daß der dahingeschiedene Römer der judenchristlichen Gemeinde angehört habe, bildlich dargestellt, wie der ehemalige Heide das nach jüdischem Gesetze vorgeschriebene Tauchbad in einem Quellwasser genommen hat (vgl. A. de Waal: Roma sacra, München 1905, S. 65 f.). Nur noch ein charakteristisches Beispiel für die Trug- Wissenschaft, hinter der sich Unwissenheit und Methodelosigkeit birgt, will ich den Lesern anführen. Drews (S. 82) behauptet: Ebenso wie der jüdische Messias, Maschiach, ein Gottesgesalbter sei, so wäre auch der Gott Agni bei seiner Geburt »gesalbt« worden. »Im Hebräischen« — sagt Drews S. 92 — heißt »Messias, der Gesalbte«, aber auch Agni führt als Opfergott den Namen »der Gesalbte«, akta; ja es scheint, als ob Christus als Übersetzung von Messias mit Agni in Beziehung steht, denn der Gott, der bei seiner Geburt mit Milch oder dem heiligen Somatranke und Opferbutter übergossen wird, führt den Kultbeinamen H a r i; dieses Wort bezeichnet ursprünglich den durch Salbung mit Fett und öl hervorgebrachten Lichtglanz, Es klingt in dem griechischen Charis, einem Beinamen der Aphrodite, an und ist in dem Verbum chr io »salben« enthalten, von welchem Christos die Partizipialform ist«. Dieser scheinbar von Gelehrsamkeit triefende Satz ist aus Unmöglichkeiten zusammengesetzt. Untersuchen wir: 1. ob der Begriff des Messias sich wirklich mit altindisch akta deckt; 2. ob wirklich Hari der mit Fett und Öl hervorgebrachte Lichtglanz bedeutet; 3. ob Hari lautlich mit griechisch Charis und c h r i 0 zusammenhängt. Es war eine altisraelitische Sitte, daß der Hohepriester und der König stets durch eine Ölsalbung des Hauptes geweiht wurden. Daher ist nicht nur der Hohepriester ein Mäschiach (»Gesalbter«, 3. Mos. cap.. 4 u. 6), sondern auch der König ein »Mäschiach Gottes« oder bloß »Mäschiach«. Selbst heidnische Könige, wie der syrische König Hasael Monatsschrift, 55. Jahrgang. 2

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