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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Die Chris tnsmyt he des Prof. A. Drews im lichte d. Wissenschaft. 15' Erzählungen und haben ohne weiteres angenommen,;daßnur Indien die Urquelle für solche christliche Erzählungen sein könnte. Allein der Leipziger Indolpge Professor Windisch, der im Schlußkapitel seines vor drei Jahren erschienenen Werkes »Buddhas Geburt«H die zahlreichen Obereinstimmungen der buddhistischen Erzählungen mit den christlichen behandelt, gelangt zu dem Resultate, daß hier keine Entlehnungen stattgefunden haben, sondern die Ähnlichkeiten zwischen manchen christlichen und buddhistisehen Berichten nur als Parallelen im eigentlichen Sinne־ des Wortes, als »Linien, die sich nicht berühren und nicht schneiden«!, aufzufassen sind. Drews, der nun in -seinen* Werke das von den Indologen aufgehäufte Material wiedergibt, behauptet, ohne die obenerwähnte gelehrte Arbeit Windischs zu kennen, daß Indien die Urheimat der Christliehen Erzählungen sei. Aber er begnügt sich nicht mit dem zuverlässigen, sekundären IVlaterial, das er bei den Indo:- logen gefunden hat, sondern erfindet hiezu noch eigene• beweiskräftige Stücke. Der indische Gott Püshan, der Beschützer der Pfade und Herden, wird ohne weiteres mit dem Gotte des F,euerer Agni, identifiziert »Püshan ist nur fine Form des Agm«* (S. 99), Püshan verhält sich aber zu Agni wie in der griechischen Mythologie Pan zu Hephaistos. Ich muß annehmen, daß auch hier Drews nur aus Unkenntnis des Materials zu seiner wunderlichen Behauptung gelangt ist. Denn Püshan führt häufig den Beinamen Aghrn i, was er wohl entgegen den Lautgesetzen mit dem Namen Agni in Beziehung gebracht zu haben scheint. Nach seiner Meinung: ist neben dem persischen Mithra der indi§che Gott Agni* mit dem »Christusmythus < verflochten. Und :zwar wird der Agni zu diesem Zwecke gewaltsam zurechtgestutzt. Eigenschäften, die eigentlich andern Göttern eigentümlich sind,, werden ohne weiteres dem Agni zugesprochen. So nimmt l) Abhandlungen d. Sachs. Gesellseh. d. ׳Wisseasch. 26, 11,

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