Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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14 Die. Christusmythe des Prof. A, Drews im Lichte d. Wissenschaft. diesen ins Leben zurückrufen (Bundahish 3Q, 7). Obrigens wird weder im Alten Testament noch in der spezifisch jüdischen Literatur der Messias als der »neue Adam« angesehen. Hier gibt wenigstens Drews zu, daß der persische Messias ein Mensch sei und nicht der Gott Mithra und steht somit im Widerspruch zu seinen eigenen obigen Behauptungen. Ferner sollen nach Drews (S. 11) die Juden >die Vor- Stellungen einer Auferstehung der Toten und eines Jüngsten Gericht**' natürlich aus dem Parsismus übernommen haben. Allein Edwin Albert; hat kürzlich in einer sehr gelehrten Arbeit: »Die israelitisch-jüdische Auferstehungshoffnung« (Königsberg 1910) nachgewiesen, daß der israelitische Auferstehungsglaube durchaus als auf selbständiger Entwicklung beruhend angesehen werden muß und nichts vom Parsismus׳ entlehnt hat. Die weitere Behauptung, daß die Satansvor- Stellung des Alten Testaments ebenfalls von den Persern■ stamme, habe ich bereits in meinem Werke: Arisches irn Alten Testament U, 51—53 (Berlin 1903) widerlegt. Um so unbegreiflicher ist es, wie er in seinem Vorwort zur 3..Auf!, sagen kann: »ich blicke auch den ferneren Angriffen der Gegner mit völliger Gemütsruhe entgegen im Vertrauen darauf, daß eine Arbeit, wie die meinige, die aus ernsten Beweggründen entsprungen und mit entsagungsvoller Hintanstellung persönlicher Vorteile durchgeführt ist, nicht verloren, sondern dem geistigen Fortschritte der Menschheit nur dienlich sein kann•« Spricht so ein Vertreter ernster Wissenschaft, der in seinem Werke nicht einmal die elementarsten Grundsätze wahrer Wissenschaft beachtet hat? Nun nur noch ein Wort über die Art und Weise, wie Herr Drewf das aus indischen Religionsquellen stammende Material verwertet hat. ln den letzten Jahrzehnten haben mehrere. Indologen auf viele buddhistische Legenden hingewiesen, die manche Ähnlichkeiten haben mit christlichen