Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Christasmythe des Prof. A. Drevvs im Lichte d. Wissenschaft. 13 *Sekundaner englisch brain für urverwandt mit griechisch t r & n (9p1$v) ,Verstand‘ hielt. Solche Wortspielerei enthüllt sich auch in folgendem Satze, den wir S. 91 lesen: »Übrigens bedeutet der Ausdruck Messias in gewissem Sinne nur einfach ,der Mensch‘; dem hebräischen M eschiach nämlich entsprechen die Namen Meschia und Meschiane [I] wie in der Mazda-Religion die ersten Sterblichen, die Ureltern der gefallenen Menschheit hießen, die nun ihrer Wiedererhöhung durch einen andern Meschia ,Menschen‘ entgegenharrte. Auch den Juden war diese Bedeutung des Wortes Messias nicht fremd, wenn sie den letzteren als den n e u e n Adam in die Mitte der Zeiten stellten. Denn Adam heißt gleichfalls soviel wie Mensch; der Messias als der neue Adam war demnach auch für sie nur eine Erneuerung des Urmenschen in erhöhter und verbesserter Gestalt«. Alles das ist natürlich grundfalsch. ln dem altpersischen Religionswerk A v e s t a wird der Urmensch, von dem die ganze Menschheit abstammt, Gäyomareta genannt, dagegen wird der Messias Saoshyant als der »letzte Mensch« angesehen (s. Yasna 26, 10; Bundahish 24, 1; 3, 19 ff; 30, 7; 31, 1; 15). Diese persische Anschauung ist auch in die jüdische Kabbalistik eingedrungen. Nach dem Sohar wird der Messias die letzte der Seelen sein, die Gott in das Körperleben eingehen läßt (vgl. Graetz, Gesch. d, Juden VII*, Leipzig 1894, S. 68). Zuerst erwähnen die frühestens im 5. Jhdt. n. Chr. entstandenen, Parsi-Werke der Sassanidenzeit, daß das aus dem Namen des Gayomareta hervorgegangene Menschenpaar Mataro und Mätaroyäo bezw. Maharih und Maharlyäoylh hieß (vgl. Bundahish 15, 2; E. W. West: Pahlavi-Texts P. 1. Oxford 1880 S. 53 Änm.) Das etwa aus dem 5. Jhrh. stammende Parsi-Werk: Bundehish (c 15, 6). nennt dieses Menschenpaar auch M ä s h y a und M ä s h y ö L Da aber ’Gäyomareta der erste Mensch ist, so wird auch der Heiland Saoshyant bei der Wiederauferstehung zuerst