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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 1 · p. Seite 12

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 1
Article
Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Die Christusmythe des Prof. A, Drews im Lichte d. Wissenschaft. dem Namen des Adonis auf Cypern, zusammenbringen, da einerseits der Adoniskult aus Phönizien stammt, andererseits• Cypern eine ursprünglich phönizische Kolonie ist, so daß״ Kiris sicherlich ein semitisches Wort ist, während Kurush ein indogermanischer Name ist. Die historische, vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft existiert aber nun einmal für Drews nicht. Durch diese bekanntlich etwa vor 70 Jahren von Bopp begründete Wissenschaft will sieb seine ungebundene Phantasie keineswegs in Fesseln schlagen lassen. Hier noch ein kleines Beispiel seiner zügellosen Kombinationsgabe: »An den Namen des verjüngten und; wiederauferstandenen Mithra, an S a 0 s h y a n t oder S o s i 0 s c h erinnert griecti. S a 0 s, der Sohn des Zeus oder des Heilgottes Hermes. Sein Name kennzeichnet ihn als den Opferer (Sanskrit: Savana »Opfer«), und er erscheint umsomehr als eine abendländische Form des Qpfergottes und Somabereiters Agni, als auch Dionysosden Beinamen Saos oder Saotes führte, als Spender des Weines sein Blut für das Heil der )Veit vergossen■ habe« (Drews S. 97). Zunächst ist die Form S 0 s i 0 s c h eine willkürliche Erfindung; dagegen ist altpersisch Saoshy a n t vom altpersischen Verb, s a v‘ nutzen, fördern,, abgeleitet und ist mit sanskrit?una ,Gedeihen‘ urverwandt. Nun lehrt die vergleichende historische Sprach- Wissenschaft, daß altpersisch s (= skr £) auf ein indogermanisches k zurückgeht, das in der griechischen Sprachgeschickte stets als k auftritt. Folglich kann altpersisch Saoshyant unmöglich mit gr. Saos Zusammenhängen- Dieser griechische Name Saos darf aber auch nicht mit sanskrit Savana ,Soma-Libation‘zusammengestellt werden, da skr. s — indogermanisch s ist, was im Griechischen vor einem Vokal zu einem Hauchlaut (Spiritus) geworden ist. Derartige willkürliche Zusammenstellungen erinnern mich lebhaft an meine Gymnasialzeit, wo ich als Ober-

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