Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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Die ChristusRiythe des Prof. A. Drews im Lichte d. Wissenschaft. 11 Lammes Gottes ihrer Angabe nach die Menschheit erlöst habe«.!St. Augustinus, der sich aber diese gotteslästerliche Äußerung entrüstet, erzählt, daß er einen solchen Kybele- Priester gekannt habe, der dabei blieb: Et ipse Pileatus Christian us est’ »der Gott in der phrygischen Mütze (d. i. Attis) ist ebenfalls ein Christ« (F. Cumont: D. oriental. Religionen, Leipzig 1910, p. 35). Der christliche Messias steht demnach in keiner Beziehung zu Mithra. Von manchen anderen groben Fehlern Wimmelt Drews׳ Buch. So sieht er auch im Perserkönig Cyrus den Sonnengott Mithra. Denn nach ihm ist »Cyrus (gr. Kyros) im persischen der Name der Sonne, Khoro, und Kyris •der Kiris ist der Name des Adonis auf Cypern; daraus geht hervor, daß die Geschichte der Geburt des Cyrus durch eine Übertragung aus dem Mythenkreise des Sonnengottes auf den König Cyrus züstandegekommen ist« (Drews S. 53). Ein wahrhafter Rattenkönig von Konfusion. Zunächst heißt der Perserkönig in den Achämenideninschriften Kurush und wird von mehreren Gelehrten als ein arischer Eigenname angesehen, der auch im altindischen Epos belegt ist (s. Bezzenbergers Beiir. z. Kunde d. indogerm. Sprachen 25, 312 Windischmann: Zendstudieh S. 137). Diesen altperäischen Namen will nun Drews von einem persischen Wort khoro »Sonne« ableiten. Nur schade, daß dieses Wort im Persischen gar nicht existiert. Meint er vielleicht das «Mpersische Wort hu war — altihdisch suvar Sonne, dessen neupeTsische Form chvar und Chur ist? Da die Lautentwicklung der neupersischen Formen erst in nachchristlicher Zeit stattfand, so kann man sie doch unmöglich zur etymologischen Erklärung eines altpersischen Namens verwenden. Das arische Wort suvar ,Sonne׳ ap. hüvar kann ebenfalls nicht zur etymologischen Erklärung des k in Kurush herangezögen werden, da der altper- :siSche Laut niemals zu k hätte werden können. Ferner darf Drews unmöglich altpersisch Kurush mit Kiris,