Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 Die Cbristttääiythe des Pröf. A. Drews im Lichte (L Wissenschaft. »Fasset Vertrauen, ihr Gläubigen, dbnti der Gott ist gerettet; und auch für uns wird aus unseren MQhsalen Erlösung hervörsprießen« (Hepding, Attis, S. 167)1}. Gerade der Attis- Kult hatte manche Ähnlichkeiten mit christlichen Bräuchen, was schon die alten Kirchenväter bemerkten. Die Magna mater, die große Mutter, die im Attis-Kült die Mutter aller Götter ist, verglich man mit der Mütter Gottes. Auch deren Sohn und Geliebtei• wird nach seinem Tode wiederäuferWeckt Ein christlicher Autor, der?gegen 375 ri. Chr, in Rom lebte; bemerkt hierzu: »Ara 24. März, dem Dies sanguinis, beging man, Wie wir gesehen haben, eine Trauerfeier, bei welcher die Gallen (die Priester des Attis-Kiiltes) ihr Blut verspritzten und bisweilen sich verstümmelten zum Gedächtnis än die Verwundung, weiche den Tod des Attis verursacht hätte, und man schrieb dem auf solche Weise vergossenen Blüte eine versöhnende und erlösende Kraft zu. Die Heiden behaupteten infolgedessen, daß die Kirche ihre heiligsten Riten nachgeahmt hätte, indem sie, wie jene, aber nach ihnen, um die Zeit des FfQhlihgsaqüinoktiuihs ihre CharwOche feierte, zur Erinnerung an das Opfer hm Kreuz, bei welchem das Blut des 1j Das Urchristentum, das, wie wir am Schlüsse ausführen werden, an die allgemeinen Vorstellungen der heidnisch-römischen Zeit angeknüpft hat, hat sie nur christlich umgedeutet. Auch der Christ ist bestrebt, dea göttlichen Christus »zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß er seinem Tode ähnlich werde«: (Philipper 3, 10). Der Christ ist »mit Christo :gekreuzigt« (Oal. 2, 19) und »mit Christo«: auferstanden« (Koi. 3, I). Das Christentum scheint geradeaus dem Attiskult manche Ideeneutlehnt zu haben. Attis ist »der Erstling derer, die sterben und wiederauferätehen zu einem neuen Leben« (Hepding, Attis, S. 197). Auch im H; T, heißt Christus »der Anfang und der Erstgeborene von den Toten« und »der erste aüs der Auferstehung von den Toten«, er ist »der Erstling« (I Kor. 15, 20. 23; Rpm. 8, 29; Kol. 1, 18; Apostdg. 26, 23; Offenb. 1, 5). Auf der Ähnlichkeit der Österfeier der griechisehen Kirche mit dem Attisteult macht Hepding, S. 167, Ahm, 3 auf- JriCrksänt.