Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte d. Wissenschaft. .9' halten (Strack ebenda S. 9). Dieses scheint der ursprüngliehe Name des Vaters des historischen Jesus gewesen zusein. Dieser Personenname kommt in griechischen Inschriften־• häufig vor (vgl. Deißmann, Oriental. Studien für Th. Nöldeke 1906, p. 873 f.). Von seinen Jüngern ist wohl Jesus zunächst als der leidende jüdische Messias, also als Messias ben J 0!sef aufgefaßt worden. Demgemäß hat sein Vater von׳ nun ab notwendigerweise Josef heißen müssen. Die ältere- Lesart von Matth. 1,16, wie sie die syrischen Handschriften bieten, lautet daher »Josef, dem die Jungfrau Maria verlobt war, zeugte Jesum, welcher Messias genannt wird (vgl, P.. W. Schmiedel in Protest. Monatshefte VI, 3, S. 86). Da Josef* als der Vater Jesu hingestellt wurde, hat man nun zum- Beweise seiner vornehmen Abstammung ein langes Geschlechtsregister für Josef aufgestellt (Matth. 1, 1—16;, Luk. 3, 23—38). Wäre Jesus gleich von vornherein als״ Messias ben David aufgefaßt worden, so hätte die älteste Überlieferung nicht Nazareth (z. B. Luc. 1, 26; 2, 4), sondern Bethlehem als seine Geburtsstätte erwähnt. Durch Einfluß der im römischen Reiche weit verbreiteten orientalischen Mysterien ist dieser leidende und• sterbende Messias im Christentum zu einer leidenden, sterbenden und wiederauferstehenden Gottheit geworden. In manchen orientalischen Kulten, die gerade bei Beginn der־ christlichen Zeitrechnungin Rom einen gewaltigen Aufschwung genommen haben, leiden und sterben die Götter wie O s i ri sr. Attis, Adonis und werden von einer Göttin beweint,, von Isis, bezw. Cybele oder Astarte. Ebenso wie diese' betrauern auch die Mysten in ihren Träuergottesdienstenden dahingeschiedenen Gott. Aber die Gottheiten stehen nachher wieder auf und mit Jubel wird ihre Wiederaufer־ stehung von den Mysten, die deren leidenvollen Tod und: Wiederauferstehung in ihrer Phantasie durchzuleben versuchen, gefeiert (vgl. Hepding, Attis, Gießen 1903, S. 166 u. 197). In einem heiligen Gebete des Ättis-Kultus hejßt es::