Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Christusmythe des Prof. A. Drews im Lichte der Wissenschaft
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Die Ghristnsmythe des Prof. A. Drews im Lichte d. Wissenschaft. gegeben wird, daß Mithra und zwei andere Gottheiten, 5 r a0 s h a und Rashnu, die Richter der Unterwelt sind. Ferner sagt er S. 9 t ausdrücklich, daß der persische Messias nur ein M e s c h i a, ein Mensch, sei, während er ihn oben mit dem unsterblichen Gott Mithra identifiziert hat. Seine weitere Behauptung, daß der altisraelitische Messias ein Gottkönig sei, ist nicht minder falsch. Bereits die Propheten der vorpersischen Zeit stellen den König- Messias nur als den weisen Weltenkönig aus dem Hause Davids hin, den Gott für das zukünftige Gottesreich bestimmt hat (vgl. Schürer: Geschichte des Jüdischen Volkes 4. Aufl. II, 584 ff). Eine treffliche Charakteristik über das messianische Hoffen des Judentums aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. gibt uns der christliche Verfasser der Philosophumena IX, 30 : Seinen Ursprung, sagen die Juden, werde der Messias haben aus Davids Geschlecht, aber nicht aus einer Jungfrau und dem heiligen Geiste, sondern von Mann und Weib, wie es allen bestimmt ist, aus Samen geboren zu werden. Dieser werde König sein über sie, ein kriegerischer und mächtiger Mann, der das ganze Volk der Juden versammeln und mit allen Völkern Krieg führen und den Juden Jerusalem als königliche Stadt aufrichten werde, in welcher er das ganze Volk sammeln und wieder in den alten Zustand versetzen werde, so daß es herrschen, den Opferdienst verwalten und lange Zeit in Ruhe wohnen werde. Darnach werde sich gegen sie insgesamt Krieg erheben; und in jenem Kampfe werde der Messias durchs Schwert fallen. Nicht lange darnach werde das Ende und die Verbrennung der Welt erfolgen, und so werde sich das erfüllen, was man inbetreff der Auferstehung glaube, dann werde einem jeden die Vergeltung nach seinen Werken zu teil werden.« Drews macht den altpersischen Gott Mithra mit Gewalt zum Typus der Gestalt Christi. Er nennt Mithra nicht nur den »göttlichen Sohn« (S; 16), den »Heiland und Retter der