Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829827-2829829-2846755--37700-2846898- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
116 Besprechungen. konstantes, unwandelbares Rassenmerkmal ist1). Im Lichte dieser Anschauungen ist die Rundköpfigkeit der modernen Juden nicht bloft kein Zeichen der Inferiorität, sondern im Gegenteil ein solches hoher Geistes- und Gehirnkultur. Verfasser wendet sich sehr berechtigterweise gegen das heute (in Reaktion gegen die »Rassenfanatiker«) häufig gehörte Wort »es gäbe überhaupt keine reinen Rassen mehr«. Er führt diese Übertreibung zurück auf den richtigen Kern, daß nnerhalb der weißen Menschen, der sogenannten Leukodermen, einzelne Teilrassen nicht mehr anthropologisch (sondern höchstens historisch) geschieden werden können. Den Unterschied der weißen Rasse von der gelben (»Xanthodermen«) oder schwarzen (»Melanodermen«) zu leugnen, bezeichnet er aber mit Recht als unsinnig. Im zweiten Teil seines Buches, überden ich kürzer referieren kann, weil er wohl den Lesern dieser Zeitschrift weniger neues bringt, bespricht Verfasser die historischen und physiologischen Grundlagen des Rassenproblems. Das Milieu wird gegenüber der heute herrschenden Lehrmeinung in seiner Bedeutung für die Kultur einer bestimmten Bevölkerung gewürdigt; abgesehen vom äußerlichen Milieu (wie Boden, Klima, geographische Lage) die T r a d i t i o n s w e r t e, d. h. die in Sprache, Erziehung, Literatur, Religion wirksame Überlieferung der Vorfahren. Daneben aber betont Verfasser die primäre Rassenbegabung, die sicherlich verschieden ist und deren Verschiedenheit er in einer ausführlichen Darstellung der Vererbungslehre begründet. Im letzten, dritten Teil untersucht Verfasser den Kultur wert der jüdischen Rasse. Je mehr kulturelle, d. h. verstatidesübende Tätigkeit in der Geschichte irgend einer Rasse enthalten ist, desto reicher muß ihre »Mneme«, d. h. ihre Rassenseele sein. Bei reinen Rassen sind die Instinkte gleichmäßiger und tiefer, durch die Jahrhunderte lange Züchtung stabil geworden. Ihre Angehörigen fassen nicht so schnell wie die gekreuzten Rassen, aber auch nicht so oberflächlich; daher haben reine, d. h. Inzuchtrassen, an sich größeren Kulturwert. Was insbesondere die Juden anbelangt, so waren sie,, respektive ihre (zugestandenermaßen nächsten) Blutsverwandten die Erfinder der Schiffahrt, des Handels, der Bewässerung. Sie trieben zuerst Astronomie, Städtebau, Flußreguiierung; sie erfanden die Keilschrift und gründeten ganze Bibliotheken. *) Von entscheidender Bedeutung für diese Frage versprechen die vom Referenten angegebenen »Sippschaftstafeln« zu werden, aus• denen man künftig die Vererbung der Schädelfonn wird direkt ablesen können.