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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 1 · p. Seite 80

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 1
Article
Mose b. Chisdai und Mose Taku
Date
1910-01-01
Page
Seite 80 (sequence 11)
Language
German
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$0 Mose b. Chisdai und Mose Taku. des M. b. Ch. für das Kirchheimsche Fragment wirklich feststellen könnten, so würde uns der bekannte Halachist in einem ganz neuen Lichte erscheinen. Der Verfasser des Fragments verwirft auf der einen Seite die Versinnlichung der Mystiker, auf der andern Seite bekämpft er auch die philosophische Auffassung des Saadja, Ibn-Esra, Maimonides und der anderen gleichgesinnten Theologen. Er glaubt an die Aussprüche des Talmud über Gott und das zukünftige Leben im buchstäblichen Sinne des Wortes1). Doch ist diese Beweisführung recht mangelhaft. Selbst wenn man die Leseart כתב תמים statt כתר תמים als die richtige anerkennt, so ist damit doch noch nicht bewiesen, daß der über den Schir ha-Jichud getane Ausspruch dem Fragment ent־* nommen sei. Der Verfasser des Fragments kann diese Behauptung ebenso gut dem כתב תמים entnommen oder in diesem Punkte eine gleiche Ansicht gehabt haben. Die Stelle in Torat ha-Ola beweist das Gegenteil. Während das כתב תמים nach M. Isserles den Kommentar zu Hiob dem Nachmanides zuschreibt, hält ihn der Verfasser des Fragments für ein Werk des Maimuni. Die oben angeführten Beweise reichen also nicht einmal aus, die Identität des Fragmentes mit dem כתב תמים festzustellen, geschweige denn die Autor- Schaft des M. b. Ch. für das Fragment zu sichern, da wir doch dieses Werk mit demselben Recht Mose Taku zuschreiben könnten. Schwerwiegende Beweise für die Autorschaft des M. b. Ch. sucht J. Perles zu bringen. Perles versichert nämlieh, daß sämtliche sechs Stellen, die Abraham b. Asriel im Namen des M. b. Ch. anführt, sich im Kirchheimschen Fragmente wiederfänden2). Tatsächlich aber läßt sich nur eine einzige Stelle aus dem Arugat ha-Bossem in dem Fragment nachweisen, die dazu noch bedeutend abweicht. ף Siehe ON S. 55ff., Graetz, Gesell. VII, S, 154f., Zunz, LG. :S. 316. 2) MS. 1877 S. 364.

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