Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mose b. Chisdai und Mose Taku
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829827-2829829-2846752--37657-2846858- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
76 Mose b. Chisdai und Mose Taku. ch regelmäßig mit כ transkribiert, mit Ausnahme von Sachsen, wo das ch oft mit ק wiedergegeben wird, weil es schon damals wie k ausgesprochen wurde1 2;. Wir dürfen es somit als ausgeschlossen betrachten״ daß הקו oder טקא Tachau bedeute. Unter טקא bei Israel aus Brünn haben wir sehr wahrscheinlich das Dorf Tackau im Landkreis Weißensee, im Regierungsbezirk Merseburg, nördlieh von Erfurt zu verstehen, und auch Mose Taku sowie der bei Juda Minz 1448 erwähnte Aaron b. Mose תקו in Neustadt8) dürften ihren Namen von dorther bekommen haben3). Eine weitere Frage ist die, ob Mose b. Chisdai mit Mose Taku identisch ist. Die Gleichbedeutung beider wird allgemein angenommen, weil Israel aus Brünn es ausdrücklich sagt4 * * *) Aber dieser Autor lebte zweihundert Jahre später; 0 Vgl. die Transkription קרקוב für Krakau (RGA. MR., ed. Prag, fol. 83 a, Nr. 864) und קיוב für Kiew (Sefer ha־Jaschar, ed Wien, Nr. 522). Binjamin von Tudda, ed. Adler, S. 72 unt., schreibt allerdings כיו. — Tachau heißt bei Isserlein, Pessakim, ed. Vened., Nr. 161, טכלוא. Was טעמיש^ den RQA. IB., ed. Stet(־., Nr. 278, fol. 117 a Mitte bedeutet, ist mir nicht bekannt, jedenfalls nicht Tachau. [Wahrschein־ lieh ist טערויש zu lesen und Treviso oder Trevigi in der Nähe von Venedig gemeint. M. Br.J 2} RGA. des Juda'Minz und Meir aus Padua, ed. Vened., foL 39 b, Nr. 21. s) Der bei Österley (Histor.-geograph. Wörterb., S. 674 b) 1343 vorkommende, jetzt unbekannte Ort Take paßt, da er in Westpfcaien lag, für die bei Isr. aus Brunn beschriebenen Verhältnisse nicht Personennamen Tacke oder Take kommen im 15. Jahrhundert in Mägde• bürg, in der Grafschaft Wernigrode und iti der Nähe des Klosters Ilseburg mehrmals vor. Siehe Geschichtsquellen der Prov. Sachsen, Urkunden v. Langeln, Himmelpforten u. Waterler, S. 339, 354, 475; Urkundenbuch des Klosters!Isenburg I, Nr. 308, II Nr. 352. 4) Siehe oben, S. 72, Anm. 3. Vgl. Charmoly a. a. O. S. 783, Zmz, LG, S. 315 f., Landshuth, Ammude ha Aboda, S. 323 i, R. Kirchheim, Ozar Nechmad (= ON.) III, 1860, S. 54, Nr. 7, Graetz, Gesch., 3. Aufl.,, .VH, S. 154, A. Geiger (Jüd. Zeitschr. f. Wiss. 1863, S. 58 Mitte), M. Wiener (Steinschneiders Hebr. Bibliogr. 1863, S. 44), H. Groß, IOS. (MS. 1871, S. 253) u. GJ., S. 440, S. Kolm, Mardochai b. Hillel, S. 142, J. Perles (MS.!877, S. 364), D. Kaufmann (MS. 1882, S. 410), Weliesz (MS. 1994, S. 140).