Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mose b. Chisdai und Mose Taku
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 4)
- Language
- German
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Mose b. Chisdai und Mose Taku. 73 Ch. anführt, so liegt, da ein andrer M. b. Ch. unbekannt ist, kein Grund vor, diesen für verschieden von dem unsern zu halten. Seine Wirkungszeit fällt ohne Zweifel in die ersten Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts. Simcha aus Speier,. dessen er in einem Gutachten als eines Verstorbenen gedenkt, muß er überlebt haben. Dagegen ist es wahrscheinlich, daß er Isaak Or Sarua, der um die Mitte des 13. Jahrhunderts gestorben sein dürfte, da dieser ihn stets als verstorben bezeichnet1), im Tode vorausgegangen ist. Da ihn ferner auch Abraham b. Asriel an sämtlichen fünf Stellen als einen Verstorbenen erwähnt, so darf sein Tod mit einem hohen Grad von Wahrscheinlichkeit in das 4. Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts gesetzt werden. Dem entsprechend zählt ihn Zunz unter die synagogaien Dichter, die zwischen 1140 und 1240 lebten2). Aus der Tatsache, daß M. b. Ch. nach der Mitteilung des Isak Or Sarua, eine Entscheidung über die Zulässigkeit eines Ritualbades in Regensburg traf, können wir ziemlich sicher den Schluß ziehen, daß er dort eine Zeit lang lebte3!. Von Mose b. Nachman erfahren wir, daß er aus Polen stammte4). Zunz, der ihn in seiner 1855 geschriebenen r) IOS. I, S. 41a Nr. 115, Nr. 336 S. 85 b mit., Nr, 740 S. 206 b unt. 2) Zunz, Syn. Poesie S. 251. a) iOS. I, Nr. 336 S. 85 b uni — Nach H. Groß (MS. 1871 S. 252/53) lebte er dort wahrscheinlich in den ersten Jahren des 13. Jahrbunderts zusammen mit Jehuda ha-Chassid, dessen Sohne Aharon, Je-, huda b. Mose b. Ephraim und Abraham b. Mose. Ein sicherer Beweis läßt sich dafür nicht erbringen. 4) ־והחכם הגדול ר׳ משה מפולנוא שיחי' ויאריך ימים כתב: גיטין להרמב״ן חידושי ...: I, fol. 7b; in ספר חמשה שוטות, ed. Sulzbach, foi 56 b unt.) — Für die Annahme Graetz’, daß מפלנסיא statt מפולניא zu lesen sei (Siehe oben S. 70), liegt gar kein Grund vor. Ebenso wenig ist unter פולנוא Poligny (Departement du Jura) zu verstehen, wie es Carmoly (nach Gallia Judaica (S. 440 Mitte) vermutet. Übrigens nennt Carmoly M. b. Ch., den er in seinem Itineraires S. 232 zu den französischen Gelehrten zählt, später (Orient, Literaturblatt 1850, S. 783)