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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 1 · p. Seite 67

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 1
Article
Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
Date
1910-01-01
Page
Seite 67 (sequence 13)
Language
German
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ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. 67 Juden »von ihrer dem Reiche zu zahlenden Steuer alles, was Ober die andern Dienern angewiesenen 40 M. hinausgeht, dem Edlen Rudolf von der Wart zu zahlen«1). Die Kanzlei ist offenbar in diesem Falle infolge lückenhafter Eintragung nicht in der Lage, den noch unveräußerten Restbetrag der Colmarer Judensteuer anzugeben, und hilft sich mit der zitierten Redewendung aus der Verlegenheit. — Daß ähnliche Ungenauigkeiten nicht zu den Seltenheiten gehört haben, dafür dürfte ein Passus sprechen, der, wenn auch in veränderter Form, sich in einigen Urkunden wiederholt wird: »Und were, das wir (sc. Ludwig d. B.) die . . . stüre iemant anders verschüffe von vergesse wegen oder wie das queme, wollen wir, das das weder crafft noch macht habe etc.«2). Die örtlichen Verwaltungen befanden sich, ,wie bereits oben erwähnt, in den Händen der Landvögte oder Amtleute. Sie hatten die Aufgabe, die Reichssteuern, und damit auch die Judensteuern, einzuziehen und dafür zu sorgen, daß *) B.-H., Reg. Karl nr. 5979: d. d. 1347 Dez. 15. 2) Böhmer, Acta imp. sei. nr. 1122: Urk. Ludw. d. B. d. d. 1347 Aug. 14. Es handelt sich hier um die Verpfändung der Gelnhausener Juden an Heinrich von Isenburg. — In der Urk. vom 12. Aug. 1347, durch die Ludwig d. B. die Frankfurter Juden auf 2l/4 Jahre von jeder Steuerleistung an das Reich befreit, heißt es: »Wer auch, das wir uns virgezsen, und den Juden in dysir vorgenanten zit icht zusprechin adir zumuten . . so heizsen wir und gebieten unsirm schultheizzen, den scheffen und dem rat zu Frankenford by unsirn hulden, das sie die Juden widdir uns sullent schirmen etc.«; Böhmer Cod, dipl. Moenofr. S. 609. — In einer Urk. vom 23. Nov. 1347 verspricht Karl IV. den Christen und Juden von Rothenburg, daß er ihre Steuer nie vor dem Termin, dem 11. Nov., jemandem verschaffen werde, und fügt diesem Versprechen folgende Bestimmung hinzu: »were aber, daz wir uns daran vergezzen, dez sullen si sich enthalten und daz auffheben bitz uf ir gewönlich zil und sullen danne dieselben steure geben, wen wir sie den heizzen antwurten . . Lünig, Teutsches Reichsarchiy Bd. 14, 338. — Vgl. ferner Böhmer-Lau, Frankfurter U.-B, II, nr. 415: Urk. Ludw. d. B. d. d. 1331 Juli 2! und Anhang III nr. 2: Urk. Friedr. d. Sch. d. d. 1317 Febr. 3. 5*

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