Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 24)
- Language
- German
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Die Stellung des Simon Duran. in der jüd. Religionsphilos. 69 Mit dem gegen den Glauben an das Walten der göttlichen Vorsehung erhobenen Ein wand, der sich auf die angebliche in den Schicksalen der Menschen hervortretende Ungerechtigkeit gründet, beschäftigt sich das Buch Hiob. Die in diesem Buche geführten Beweise sind zwiefacher Art: I. solche, die von der Erhabenheit und Vollkommenheit Gottes und II. solche, die von dem Wirken Gottes in der Welt ausgehen. Die zweite Art zerfällt wieder in drei Abteilungen: 1. in Beweise, die sich auf die Welt im Allgomeinen, 2. in Beweise, die sich auf einzelne Teile der Schöpfung, wie Tiere und Pflanzen, und 3. in Beweise, die sich speziell auf den Menschen beziehen1). I. Aus dem Wesen Gottes ergibt sich die Notwendigkeit des Waltens einer göttlichen Vorsehung, insofern wir Gott als den Beherrscher und Lenker der Welt zu betrachten haben. Wie kein Herrscher, der sich seiner Aufgabe bewußt ist, es unterlassen wird, sein Augenmerk auf die Handlungen der ihm Untergebenen zu richten und jedem von ihnen die seinen Handlungen entsprechende Vergeltung zu teil werden zu lassen, so müssen wir annehmen, daß dies von Gott in der allervollkommensten Weise geschehe. Da nun der Mensch als das einzige vernunftbegabte Wesen unter den irdischen Geschöpfen Anspruch auf Lohn und Strafe für seine Handlungen hat, so muß sich die göttliche Vorsehungaufalle menschlichen Individuen erstrecken und jedem von ihnen die ihm nach dem Maße seines Verdienstes oder seiner Schuld zukommende Vergeltung gewähren. Wer das Walten der göttlichen Vorsehung über die menschlichen Individuen bestreitet, der legt demnach Gott als dem allervollkommensten Wesen Etwas bei, was selbst beim Menschen als ein Mangel zu betrachten wäre2). ף E. Hk., cap. 12. Albo IV, cap. 7, S. 181a: הראיות המרדות על ההשגחה הם ג׳ מינים, מהן ראיות לקוחות מן ההשגחה הנמצאת בענינים הכוללים, ימהן ראיות הלקוחות מן ההשגחה בענינים החלקיים, ומהן ראיות הלקוחות מצר השכל♦ 2) E. Hk., cap. 13. Albo IV, cap. 10, S. 184a: והראיה השנית