Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 23)
- Language
- German
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68 Die Stellung des Simon Duran in der jiid. Religionsphilos. in seiner Gottesfurcht bestärkt hat, und über den dann plötzlich, wie Jeremia klagt und wie es bei Hiob der Fall war, schwere, nicht im gewöhnlichen Lauf der Dinge be־ gründete Heimsuchungen hereingebrochen sind1). Neben den wirklich vorhandenen Schwierigkeiten, welche diese Frage darbietet, gibt es aber andere, die von vornherein auszuscheiden sind, weil sie bei vernünftiger Erwägung jeder Begründung entbehren. So darf man sich nicht, wie schon Maimönides bemerkt hat, auf solche Übel berufen, die sich der Mensch selber zuzieht, indem er, von der nimmersatten Begehrlichkeit seines Herzens getrieben, Gefahren und Beschwerden auf sich nimmt, um Dinge zu erreichen, die zur Erhaltung seines Lebens entbehrlich sind, oder indem er durch Unmäßigkeit im Genüsse seine Gesundheit schädigt. Ebenso hat Maimönides die Ansicht derjenigen widerlegt, die da behaupten, daß das Böse in der Welt das Gute überwiege, und hat gezeigt, daß vielmehr umgekehrt das Gute überwiege, das Böse aber durch die der göttlichen Absicht widerstreitenden Handlungen der Menschen herbeigeführt werde. Ein Beweis dafür ist auch der Umstand, daß die Dinge, je notwendiger sie für die Erhaltung des Menschen sind, desto häufiger, und je entbehrlicher sie sind, desto seltener anzutreffen sind. Haben wir so aus der Betrachtung der Weltordnung die Ober־ zeugung gewonnen, daß sich in ihr im Allgemeinen die Güte Gottes offenbare, so wird uns das eine Warnung sein, kein vorschnelles Urteil auszusprechen, wenn uns ein ein״ zelner Fall damit im Widerspruch zu stehen scheint; wir werden ihn vielmehr durch unsere Forschung aufzuklären suchen und, wenn uns das nicht gelingt, den Grund dafür in der Beschränktheit unserer Erkenntnis erblicken2). ג) E. Hk., cap. 3. Vgl. das. cap. 11. Albo IV, cap. 7, S. 180 b: ואין התלונה הואת אלא ליודע כעצמו שהוא צדיק גמור, כי אמר ירמיה אתה ד׳ ׳ידעתני תראני ובחנת לכי אתך, וכן איום היה מתרעם על משפטי השם מצד היותו .צדיק בעיניו ״) E. Hk., cap. 4.