Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 21)
- Language
- German
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66 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. der Menschen erstreckt, und daß die Handlungen der Menschen ihrer freien Willenshestimmung entspringen, so erscheint es als eine Forderung der Gerechtigkeit, daß den Menschen für ihre Handlungen eine dem Maße ihres Verdienstes oder ihrer Schuld entsprechende Vergeltung zu teil werde1)• Damit aber scheinen die Erfahrungen des Lebens häufig im Widerspruch zp stehen, was zu der alten schon in der Bibel vielfach erwogenen Frage geführt hat, warum es dem Frommen oft schlecht und dem Sünder oft gut ergehe. Deshalb hat die Bibel, qbschon sie sonst apf eine spekulative Begründung ihrer Lehren verzichtet ynd diese, so weit sie dem Menschen erreichbar ist, seiner Vernur.fi überläßt, bei dieser Frage eine Ausnahme gemacht und ihrer spekulativen Erörterung ein besonderes Buch gewidmet, das Bpch Hiob, das, der Überlieferung gemäß von Mose verfaßt, dazu bestimmt ist, den Einwand zu beseitigen, durch de;n eine der Grundlehren der uns von Mose verliehenen Thora in Zweifel gezogen wird2). Nach diesen einleitenden Bemerkungen in die Erörterung des Problems selbst eintretend, führt Duran aus, daß auf der einen Seite die Frage, warum es dem Guten Q.ft schlecht ergehe, und auf der anderen Seite die Frage, warutn es dem Sünder oft gut ergehe, die größeren Schwierigkeiten darzubieten scheinen, Die Frage, das Wohlergehen des Sünders betreffend, bietet insofern größere Schwierigkeiten dar, als die Gesinnung des Sünders in seinen Handlungen mit unzweifelhafter Gewißheit zu Tage tritt, denn bei dem, der Götzendienst treibt, der Blut vergießt oder eine andere schwere Sünde begeht, ist die Möglichkeit apsgegchloßen, daß er trotzdem in den Augen Gottes als ein Frommer erscheine, wogegen die Übel, die den als fromm Geltenden treffen, sich daraus erklären lassen, daß er in den Augen Gottes ein Sünder sei, und ») M, A., S, 32 b, E. Hk., cap. 5. *) E. Hk., cap. 1 u. 2.