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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 65

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 65 (sequence 20)
Language
German
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Die Stellung des Simon Daran in der jfid. Religionsphilos. 65 Handlung durch den Menschen herbei; ob der Mensch aber die Handlung einem guten oder bösen Zwecke zuwendet, das bleibt durchaus seiner freien Selbstbestimmung Vorbehalten. So läßt sich die Unbeschränktheit des göttliehen Wissens mit der Freiheit der menschlichen Selbstbestimmung und demgemäß auch mit der Verantwortlichkeit des Menschen für seine Handlungen sehr wohl vereinigen1). Von dieser Lösung ist Duran so entzückt, daß er Gott dafür dankt, ihm dieses Geheimnis enthüllt und ihn selber der Erkenntnis gewürdigt zu haben, von der er geglaubt habe, daß sie dem letzten Künder der Wahrheit Vorbehalten bleibe2). Der unbefangene Leser wird in dieses Entzücken nicht miteinstimmen; ihm wird es vielmehr unbegreiflich erscheinen, wie Duran der so nahe liegende Einwand entgehen konnte, daß der Allwissenheit Gottes auch der Zweck der menschlichen Handlung, ob er ein guter oder böser sein werde, vorher bekannt sei und daß demnach für die Betätigung der menschlichen Willensfreiheit auch nach dieser Richtung hin kein Raum vorhanden sei. 4. Gottes Vorsehung, Theodicee. Mit dem Glauben an die Allwissenheit Gottes auf der einen Seite und an die Willenfreiheit des Menschen auf der anderen Seite steht in engster Verbindung die Frage nach der in den menschlichen Schicksalen waltenden göttliehen Vorsehung oder das Problem der Theodicee. Ist es wahr, daß sich das Wissen Gottes auch auf die Gedanken ®‘) M. A., S. 32 a, A. K., S. 52 a, K. M., S. 52 b. ־) M. A., S. 32b: ודבר זה נאות ומסכים לאמת והוא כלל גדול, אם תמשיך בו כל הפרטים הנאמרים תחת כלל וה, יעלו בידך אמונות שלימות בתורתך, לא תבטל ידיעת הא״י ולא תחלק על הבחירה ולא תשאיר הדבר לטור נעלם בידיעת האיי. וברוך ד׳ אשד גלה סודו אלינו, כן יהיה עמנו תמיד לגלות עינינו להביט נפלאות מתורתו אמן. ובבר חקרנו בזה חקירה חלושה בם׳ אוהב משפט ולא מצאנו דעת יותר ראוי לסמוך עליו מדעת הרמב״ם, ואמרנו אין לנטות ממנו עד יבא ויורה צדק לנו, ועת בא המורה לנו מעצמינו ומחקירחנו. Vgl.über Willensfreiheit auch M. A., S. 47b. Monatsschrift, 53. Jahrgang. 5

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