Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 62

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 62 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829819-2829821-2846595--36769-2846677
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

02 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. des Lebens das Wissen Gottes zu verstehen1), was von Gersonides in scharfsinniger Weise noch weiter ausgeführt wird, wogegen es Duran für wahrscheinlicher hält, daß unter dem Attribut des Lebens die Ewigkeit Gottes zu verstehen sei2). Im Allgemeinen ist er nicht der Ansicht des Maimonides, daß die göttlichen Attribute, wie das Wissen, die Macht, der Wille, negativ zu fassen seien, um nicht eine Pluralität in Gott hineinzutragen. Zu dieser irrtümlichen Auffassung sei man nur gekommen, weil die göttlichen Attribute mit denselben Namen wie die menschliehen bezeichnet würden. Da jedoch in Wahrheit alle diese Attribute als mit dem Wesen Gottes identisch zu betrachten seien, so werde durch sie, auch wenn sie positiv gefaßt würden, keine Pluralität in Gott hineingetragen3). Das ist freilich eine ziemlich oberflächliche Art, sich mit einem so schwierigen Problem auseinanderzusetzen, das von Maimonides mit so außerordentlichem Scharfsinn war behandelt worden. Das zeigt sich auch darin, daß Duran auf den Einwand, ob denn die einzelnen Attribute, als mit dem Wesen Gottes identisch gesetzt, nicht jede differente Bedeutung verlören und zu bloßen Synonymen würden, die Antwort erteilt, für sich genommen, seien die einzelnen Attribute voneinander verschieden und mit dem Wesen Gottes nicht identisch; nur mit dem Wesen Gottes in Verbindung gesetzt, seien sie als identisch zu betrachten4). Damit hat er die von ihm versuchte Lösung im Grunde selber wieder aufgehoben. Wir schließen hier die Ausführungen Durans über die Allwissenheit Gottes und ihr Verhältnis zur menschlichen Willensfreiheit an. Das Wissen Gottes, so sagt er, ist ein einheitliches Wissen und ist dabei *) More I, cap. 53. 2) M. A., S. 7a—7 b. 3) M. A., S. 7b. ף M. A., S. 7 b,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.