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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 54

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1909-01-01
Page
Seite 54 (sequence 9)
Language
German
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54 Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Religionsphilos. nicht abzusehen, wie sie dem Menschen eine Erkenntnis der accidentiellen Dinge vermitteln könne. Diese Schwierigkeit, die auch den Averroes beschäftigt, wird von Gerspnides so gelöst, daß er einerseits behauptet, auch die dem Mensehen begegnenden accidentiellen Dinge seien infolge der Konstellation der Gestirne begrenzt und geordnet, und andererseits, daß der Mensch durch seine Vernunft die Kraft besitze, der durch die Konstellation bestimmten Ordnung entgegenzuwirken. Duran findet aber damit die Schwierigkeit nicht gelöst1). Duran rechnet es dem Gersonides als Verdienst an, daß er der das göttliche Wissen beschränkenden Ansicht der Philosophen entgegengetreten sei. Allein wenn er sich auch vom spekulativen Standpunkt allenfalls mit der Ansicht des Gersonides befreunden könnte, so glaubt er sie doch als vom religiösen Standpunkt bedenklich ablehnen zu müssen2). Mit besonderer Schärfe wendet sich Duran, um Anderes zu übergehen, gegen die Stellung des Gersonides zu der Lehre von der Fortdauer der menschlichen Seele. So schwer nach den anderen Philosophen die Fortdauer der menschlichen Seele erreichbar ist, so leicht erreichbar scheint sie nach Gersonides zu sein, da nach ihm die hylische Intelligenz durch jede, auch nicht spekulative Erkenntnis zu einer erworbenen Intelligenz wird und dadurch zur Vereinigung mit der wirkenden Intelligenz gelangt. Warum aber nimmt er dann an dem Satze unserer alten Weisen Anstoß, daß jeder Israelit Anteil am ewigen Leben habe, und will dieses nur denjenigen zugestehen, die sich mit der Philosophie beschäftigt haben? Er stimmt darin weder mit den Philosophen noch mit den Bekennern der Thora überein. Denn nach ihm würde Jemand, der irgendwelche Erkenntnis erlangt hat und dabei nicht weiß, ob es einen Gott gibt, des ewigen Lebens teilhaftig sein, was der Lehre der Philosophen widerspricht. Nach der ף M. A., S. 71 b—72a. 2) E. Hk., cap. 6, S. 12.

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