Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 8)
- Language
- German
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Die Stellung des Simon Duran in der jüd. Rerigionsphilos. 53 Nath ihr würde nämlich der Prophet nur das zu erkennen im stände sein, was der Philosoph '(durch ^Spekulation erkennt; was aber dürch die “Spekulation nicht erkennbar Vst das wäre nur Vorstellung und kein Wissen. Demnach würde uns die Thörä in betreffs dessen, was "durch die Spekulation nicht erfaßt wird, keinen Nutzen bringen. Tn Wahrheit aber ist die prophetische Erkenntnis eine GnadenerwOisüng der göttlichen Vorsehung, die dazu ־bestimmt tet, den Menschen in betreff derjenigen Dinge zu vervollkommnen, die sich seiner durch Öiskursives Denken 'erreichbaren Erkenntnis ganz oder teilweise entziehen. Der Philosoph kann, wie Älgazali richtig bemerkt, diese prophetische Erkenntnis, für die ihm die Voraussetzungen fehlen, ebensowenig begreifen, als das verhunftlose Tier die begrifflichen Erkenntnisse des Menschen begreifen kann, denn so wie sich der vernunftbegabte Mensch vom Tiere unterscheidet, so unterscheidet sich der Prophet vom Philosophen1). Ebenso bestreitet Duran die unter gewissen Einschränkungen auch von Gersonides vertretene Ansicht des Äverroes, daß durch wahrsagende Träume keine spekulative Erkenntnis zu erlangen sei2). Gersonides hat keine befriedigende Erklärung dafür gefunden, warum der Mensch in den Traum- Vorstellungen und in der Zauberei der Täuschung unterliege, weil er die Existenz der Dämohen nicht erfaßt hat, von denen diese Wirkung herrühre3). Demselben Gebiet gehört die Erörterung der Frage an, wie der Mensch im wahrsagenden Traume zur Erkenntnis der accidentiellen Dinge gelangen könne. Alle Erkenntnis, die der Mensch im wahr־־ sägenden Träume erlangt, wird ihm nämlich durch die Einwirkung der wirkenden Vernunft auf seine Phantasie vermittelt. Da nun die wirkende Vernunft eine Erkenntnis nur von den begrenzten und geordneten Dingen hat, so ist ף M. A , Einl. S. 2 a. 2) M. A., S. 73 a. 3) M. A., S. 76 b.