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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 43

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Agada bei Philo
Date
1909-01-01
Page
Seite 43 (sequence 16)
Language
German
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Agada bei Philo. 43 Religionsgesetz und selbst dessen kasuistische Teile in יdäs Leben der Erzväter zurückverlegt werden, in einer Art Anachronismus. Es erhebt sich generellfür Philo die weitere Frage, ob die Patriarchen für ihn auch geschichtliche Existenz haben, ob sie ihm Personen, leibhafte Gestalten, sind, was sie nach der Behandlung in seinen zahlreichen rein allegorischen Schriften nicht zu sein scheinen. Richtig ist, daß sie ihm daselbst Namen von Typen von symbolischer oder allegorischer Bedeutung sind, die bald den Typus von intellektuellem, bald von moralischem Sein darzustellen haben. Daneben aber erkennt er in den ge״ schichtlich-exegetischen Schriften, wie de Abrahamo, de Josepho wiederholt die Berechtigung auch der anderen Auffassung derselben als leibhafter Personen an. Er erzählt an der Hand der heiligen Schrift, der LXX für ihn, die Geschichte derselben, Betrachtungen, Reflexionen einstreuend, wie das seine Art ist, was keinen Zweifel läßt, daß ihm die Patriarchen auch geschichtliche Personen sind. Er läßt denn auch in diesen Büchern einerseits die Exegese nach dem Wortsinn, dem Tatsächlichen, in der Geschichte der Patriarchen, andererseits die allegorische Auslegung dieser selben Geschichte nebeneinander hergehen, meist erstere vorauf gehen lassend, so daß es den Anschein gewinnt, daß die Patri״ archen mit allem, was von ihnen erzählt wird, für Philo dieselbe geschichtliche Bedeutung haben, wie für uns heute, soweit wir nicht auf dem Boden der Hyperkritik stehen, nur daß er daneben bei der herrschenden Zeitrichtung, die die Allegorie liebt, die Geschichte der Patriarchen auch zu allegorischen Zwecken benutzt. Ersterem Umstande ist es zu danken, daß es bei Philo auch nicht an ausschmückender Agada zur Geschichte der Patriarchen fehlt. Im Einzelnen verdient es Beachtung, wie bereits Philo die Kontinuität als einen der bedeutsamsten Züge in der geschichtlichen Entwickelung von Volk und Lehre Israels erkannt hat. Er findet sie in dem Verhältnis der drei Patri-

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