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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Agada bei Philo
Date
1909-01-01
Page
Seite 42 (sequence 15)
Language
German
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42 Agada bei Philo. väter erzählenden Kapitel beschäftigt hat. Aus dem Um־ stände, daß Philo in seiner Darlegung des Mosaischen Gesetzes wie in den Lebensbeschreibungen der Patriarchen wiederholt darauf zurückkommt, ist zu ersehen, daß Solches geradezu ein Problem der alexandrinischen Religionsphilo- Sophie gewesen, und die Lösung, die gegeben wird,׳ ist agadisch. Sie lautet im Wesentlichen dahin, daß die Erzväter eine Art inkarnierten Gesetzes seien, daß sie das lebendig gewordene, gleichsam wandelnde Gesetz darstellten, im Gegensätze zu dem geschriebenen Gesetze. Die Hauptstelle dafür, die es verdient in Übersetzung hergesetzt zu werden findet sich de Abr. § 1 ed. C. : »Ohne Lehrer, ohne von außen gegebene Norm, befolgten sie aus eigenem Antriebe das ungeschriebene Gesetz, d. i. das Naturgesetz, indem sie es für das, was es in Wahrheit ist, für das oberste Gesetz hielten, womit sie der Nachwelt, die das geschriebene Gesetz besitzt, das ermutigende Beispiel gegeben, nach ihm zu leben, indem ja dasselbe nichts anderes ist, als was sie bereits getan«. So löst Philo nebenher ein Grundproblerh der Ethik des Judentums, das nämlich vom Verhältnis des Naturgesetzes oder der Stimme der Natur im Menschen zu dem geoffenbarten oder von außen st ammenden Sittengebot, einem Thema, dem bekanntlich von Neueren M. Lazarus in seiner »Ethik des Judentums« ein längeres Kapitel gewidmet hat. Nach Philo besteht hier völlige Übereinstimmung, nur daß das Naturgesetz das prius sei, die spätere sinaitische Gesetzgebung hätte, meint er, nichts weiter zu tun gehabt, als dieses Naturgesetz zu sanktionieren. Mehr gestreift, als eigentlicher Erörterung unterzogen wird die Frage nach der Stellung der Patriarchen in der palästinensischen Schriftforschung in der bekannten agadischen Deutung von Gen. 26,5: ד יונתן משום ד יוחנן אמר אפילו הלכות עי־רוני חצרות היה אברהם יודע (Ber. r. c. 64 und die weiteren Deutungen daselbst). Der bemerkenswerte Unterschied ist der, daß hier umgekehrt das sinaitische

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