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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 38

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Agada bei Philo
Date
1909-01-01
Page
Seite 38 (sequence 11)
Language
German
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Agada bei Philo. 3Ö zählt das Buch Quod det. pot. ins. zu seinen allegorischen Schriften. Auch ist ihm Kain der Typus des Schlechten, wie Abel der des Guten. Aber Kain und Abel sind ihm nicht bloß Allegorien, was irrtümlich die landläufige Meinung ist; man ersieht vielmehr aus Stellen, wie De Nobil. § 3, 11 p. 735 M., daß daneben bei unserem Alexandriner von Kain eine Auffassung als geschichtlicher Person bestanden; Der ältere der beiden Brüder, sagt er daselbst, habe mit dem Brudermord die Erde zum erstenmal mit Blut befleckt; braucht es eine noch deutlichere Sprache, daß Kain und Abel auch als leibhafte Personen bei ihm aufgefaßt werden? Macht es etwa — dies in Parenthese — der Prediger von heute anders? Oder macht auch nicht dieser unbeschadet des geschichtlichen Charakters der biblisehen Personen, sie in gleicher weise, je nach seinem homiletischem Bedürfnis, zum Typus dieser uud jener Handlungs- und Denkweise, die letztere gleichsam wie wir mit klassischem Zitat veranschaulichend. Es ist wirklich nicht so schlimm mit mancher der Allegorien Philo’s. Es liegt nahe, mit dem phiionischen Ausspruch den des palästinensischen Agadisten in Ber. rabb. P. 39 הרשע״ם קווים מתים בחייהן zu vergleichen, scheinbar sich berührend, aber mit dem bemerkenswerten Unterschiede, daß der Gedanke bei Philo esoterisch, der eines Seelenzustandes ist, der des palästinisehen Midrasch dagegen, der ganzen Richtung des Talmudismus nach, bei der Welt des Realen verbleibt: der Frevler ist auch wie leiblich gestorben, er zählt nicht mehr. Den in der genealogischen Tafel der ersten Menschenge schlechter Gen. 4, 20 genannten Enosch macht in agadischer Deutung Philo gewissermaßen zum anderen Stammvater der Menschen mit der Begründung, daß dieser der erste wahre Mensch gewesen sei, denn erst der Hoffende sei ein Mensch, und von Enosch sage die Schrift, so daselbst nach den LXX, daß er zuerst ein Hoffender gewesen (De Abr. § 2). Es ist von besonderem Interesse, hier den Auslegungswegen nachzu-

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