Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Agada bei Philo
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 10)
- Language
- German
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Aggda bei Philo. 37 sagt Freudenthal in seinen angegebenen hellenistischen Stu-!dien (S.7£): Hellenistischen Ursprungs ist der Begriff vprweUlieber Dinge überhaupt, und erst durch die Ideen Platos und dje Urzahien der Pythagoräer ist er nach Palästina geführt worden, und der Vermittler hierfür, sagt er an anderem Orte, ist Philo gewesen. Also baut die palästmensir sehe Agada hier speziell auf alexandriniseber Basis weiter, und damit fällt der von G. Siegfried daselbst gegen Phi)o erhobene Vorwurf, »da in seinem Kunststück, das er gemacht, indem er sein altjüdisehes Vorurteil behalten und doch wie ein Philosoph geredet habe?, in sich zusammen. Im übrigen teilt Philo — was nicht verschwiegen werden soll — die Ansicht von der Vorweltlichkeit der Thora, wenigstens des Sabbats, wie De Vit. Mos. III, 36 zu lesen, mit dem palästinensischen Midrasch, hierin nicht weniger mystisch als letzterer. Danach gehe ich zum Einzelnen über, nach der Reihenfolge des Schriftwortes, zu dem die Agadoth gegeben sind. Von den Agadoth zur Schöpfungsgeschichte zunächst hier noch einige zu den bei J. Freudenthal und C. Siegfried bereits erwähnten. »Kain,« sagt unser Alexandriner, »tötete sich selbst« (Quod det. pot. insid. § 14), geistreich, wenn ajuch weniger wahr, ganz in der Weise palästinensischer Agadisten, sich eines Interpretations-Kunststückes, des bekannten אל תקיא bedienend, indem er ganz unter der Hand das ursprüngliehe ä7rex.׳re!V£V gwtov der LXX zu Gen. 48 in «n£xtsivsv skutov übergehen läßt, mit der weiteren, den allgemeinen Gedanken enthaltenden Ausführung, daß der Böse mit der schlechten Tat, die er verübt, für das Höhere, ein geistiges, tugendhaftes Leben, tot, gleichsam den Seelentod gestorben sei. Abel aber, fährt Philo fort, lebt im Tode, gleichsam in Gott fort, weshalb es von ihm heißen könne: »Das Blut deines Bruders schreit auf zu mir.« Man könnte zweifelhaft sein, ob solche Deutung im Munde eines Philo nicht vielmehr zum allegorischen Midrasch zu rechnen sei; bekanntlich