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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Agada bei Philo
Date
1909-01-01
Page
Seite 36 (sequence 9)
Language
German
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36 Agadä bei Philo. wie dies zumeist bei G. Siegfried geschieht; doch nicht recht zur Geltung, es kommen damit beide so zu sagten flicht ganz zu ihrem Recht; in dem vielmehr die Divergenzen gerade bei der Eigenart viel deutlicher hervörtreteh. Dites iifl Einzelnen zu zeigen, Söll Im Folgenden eine meiner Aufgaben sein. So finde ich gleich bei den ägadisCheri Aussprüchen zur Schöpfungsgeschichte Gen. c. 1, wie sie zahlreich im palästinensischen, aber auch im alexandrinischeh Schrifttum vorliegen, beispielsweise bei dem Midrasch הקנ״ה היה מביט פתורה ובורא את ד^ולם ונו׳ (Jalkut 2 nach Midr, Ber. r. e. 1); und dem philoniSchen w; xal טסד׳ x.0ü[j.o׳j ׳uw vojjwo /.cd ׳uöö vöjäoü to x.6e7fiw ouvaSovTö? beides zitiert bei G. Siegfried S. 156. de opif. rn. 1 p. 1, ed. Cohn § 3) trotz scheinbarer Übereinstimmung, die eben G. Siegfried verführt hat, sie einfach iri Parallele zu stellen; doch einen wesentlichen Unterschied. Der pälästinertsisehe Midrasch, dem ganzen Zusammenhang der Stelle Und der eigentümlichen Kosmologie der Palästinenser fläch, enthält etwas Mystisches; es ist eine Art HypoätaSierung der Thora, wonach sie noch vor Erschaffung der Weit dagewesen sein soll; sie ist die Regel, das Richtmaß nicht rtüf für die sittliche Welt, sie ist Os auch für die physische, die nach ihr erschaffen worden. Auf Mystizismus Weist schön der Hinweis auf Spr. Sal. c. 8, bekanntlich eine Hypostasierurig der הבמה. Nichts von dem finde ich in dem philönischen Ausspruche; der Gedanke bei Philo ist einfach und rationell der: das Sittengesetz der Thora ist das Naturgesetz; Förderung der Natur ist die Übereinstimmung von Thora und Welt, Wie Ph. an zahlreichen Stellen sonst lehrt G. Siegfried bezeichnet obigen palästinensischen Midrasch als räbbinischen Grundsatz. Nach ihm hätte Philo den räbbinischen Grundsatz entlehnt, woraus die Verschmelzung zu obigem halb stoischem, halb räbbinischem Satze von der ÜbefeiflstimmUng Zwischen Welt und Thora hervörgegähgeh sbi. Den Beweis ist er uns schuldig geblieben. Und doch scheint vielmehr das Umgekehrte richtig. Denn nur zu überzeugend

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