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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 35

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Agada bei Philo
Date
1909-01-01
Page
Seite 35 (sequence 8)
Language
German
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Agada bei Philo. 35 Reichtum an ethischen Ideen der jüdischen Volksseele offenbaren, wie ihn Rom bei all seinem hochentwickelten Rechtswesen, worin es dem talmudischen Recht häufig überlegen, vielfach auch die Quelle dafür ist, nie und zu keiner Zeit besessen hat. Dieser Reichtum an ethischen Ideen aber ist es auch, durch den das Judentum zu einer Kulturmacht geworden ist. Nach der im Vorstehenden gegebenen Ausführung über Wesen der Agada wären denn auch die Grenzen gefunden, in welchen Agada überhaupt bei Philo zu suchen ist. Man ist von früher her geneigt, bei ihm nichts anderes als allegorischen Midrasch und sonst nichts von Agada zu vermuten. Nun ist ohne weiteres zuzugeben, daß der allegorische Midrasch bei ihm bei weitem überwiegt; daneben aber finden sich doch auch eigentlich agadische Elemente bei ihm und sind leicht von ersterem zu unterscheiden. Der agadische,. nicht allegorische Midrasch wird daran erkannt, daß er inhaltlich bei der realen Welt, bei der Welt wirklicher Geschehnisse verbleibt. Dort dagegen, wo biblische Personen, biblische Vorgänge und selbst biblische Religionssatzungen zu Gedankendingen verflüchtigt werden, haben wir den bekannten allegorischen Midrasch bei Philo. Was nach dieser Ausscheidung von agadischem Midrasch bei ihm verbleibt, ist freilich von dem Umfange nicht, wie die palästinensisch-babylonische Agada; die Stärke des jüdischen Alexandfinismus liegt vielmehr auf der Seite spekulativen Denkens, rationeller, religionsphilosophischer Begründung des Religionsgesetzlichen. Immerhin aber ist es auch numerisch nicht gar so wenig und.besonders seinem inneren Gehalte nach nicht zu unterschätzen. Die Eigentümlichkeit der beiden Richtungen aber, der palästinensisch-babylonischen und der alexandrinischen^ kommt bei dem bloßen Zusammentragen der beiderseitigen agadischen Aussprüche, dem Hinweise auf ihr Zusammentreffen, 3*

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