Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Agada bei Philo
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 4)
- Language
- German
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Ägada bei Philo. 3! ihm zuerst oder auch schon von anderen früher .gebraucht, hat er die Bezeichnung »hellenistischer Mid.ras.ch« (daselbst S. 67) dafür. Während noch für C. Siegfried fast alles oder doch das meiste, was er yon Agadoth bei Philo kennt, Entlehnung vom palästinensischen Midrasch ist, ist es J, Freudenthal gewesen, der auf die literarische Tatsache hingewiesen hat, daß es zahlreiche, selbständig forschende Schulen der Hellenisten so gut wie der Palästinenser gegeben hat, wobei er den Beweis erbracht hat,!daß die Palästinenser, wie sie Gebende, auf dem Gebiet der Agada doch auch Empfangende waren, gleichsam Anleben b,eim hellenistischen Midrasch gemacht haben. Zugleich hat Freudenthal die Kriterien festgestellt, woran jedes Mal auch die Abhängigkeit der ersteiep von letzterem zu erkennen ist. Es ist nur zu;bedauern, daß ein $p exakter Arbeiter wie er auf allen Gebieten gewesen, die er betreten, diese seine Forschungen über das, was wir von hellenistischer Agada zur Schöpfungsgeschichte besitzen, nicht weiter geführt hat. Aber auch nach den Wenigen, was bis jetzt davon eruiert worden, mpß es gesagt werden, dal$ es ein schweres Unrecht gegen den jüdischen Hellenismus ist, wenn fort und fort in Gelehrtenkreisen dem jüdischen Hellenismus jeder Einfluß auf die spätere Entwäckeliiog des Judentums abgesprochen wird, indem gesagt wird, daß die führenden Männer• sich fast unwillig von ihm wie von!einem unechten Kind.e des Jfudentums abgewendet hätten. Das gilt woh'YOb der Wa&ht, welche palästinensische Lehrer, allen voran Akjba ben Joseph, in ihrem Kreise nach Jpöl’s Ausdruck in seinen »Blicken in die Beligjonsgescbichtei« gehalten, das Judentum vor dem Eindringen allegorischer Deutung des Schriftwortes, vor der Verflüchtigung des Gesgtzaswortes;in bloßes Gedankending und yo,r den Konsequenzen daraus im Leben zu schützen. Anders aber steht es apf agadisebem und religionsphilosophischem Gebiete, Hier ist die Beeinflussung unbestreitbar, ob auch die Kanäle, du;rch welche