Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
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25 Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. JahrhV gewesen, die Vermittlerin zwischen Gott urid den Menschen gebildet: durch sie habe dieser seine Geheimnisse■ den Sterblichen kurid'gäberi wollen*). In seiner strählenden Verehrung sah Reuchlin bei der Lektüre in dieser Spräche gleichsam Gott in ihr sprechend* 2 *). »Darin soll ich leben, schrieb־ fer im Jahre 1513 an den Baseler Drücker Johannes Afrierbäch, »so muß die hebrayisch sprach hierfür mit gots fiillff; stirb ich darin, so kan ich doch ainen ärifarig ge״ macht, der mit lychtlich würdt zergotu8). Wie sein Bei־־ spiel und seine Lehre wirkte, darf man wohl auch daraus erkennen, daß in dernselben Jahre ein Arzt, Matthäeus Ädrianus, der in Tübingen’ lebte, dort für einige Zeit Heb־־ raiscft zu lehren versprach4 * * *), und daß rfian von dem hoch־־ geschätzten früheren Wanderlehrer des Humanismus, dem därnäls an der Wiener Universität lehrenden Conrad Celtes seine die Barbarei besiegende Kenntnis der drei Sprachen: des Hebräischen, des Griechischen und des Lateinischen *) Reuchlin's Briefwechsel S. 105: Reuchlin an den Abt Leon härd Wiedemann in Ottobeuren (1508); »Nam hoc tibi affirmo, מ erinnern Latihorum Vetus Testamentum potuisse ad anguem expriiriere, riisi ejus linguae, in qua scriptum fuerit, primo peritus sit. Vox enim fuit riiediatrix Dei et hominum, ut in Pentateucho legimus, at non qüaelibet vox, sed tantum Hebraica, per quam Deus voluit arcana sua mortälibus innotescere.« 2) Reuchlins’s Briefwechsel S. 123 : Reuchlin an den Humanisten Nicolaus Eilenbog (1510): »Quoniatri ita me Deus optimus maximus amet, post variarum lectionum experimenta nihil ex Orrinibus linguis, quas didici, plus me deo corijürigit quam säcrarüm literarum hebraica exercifio. Semper enim legen dp hebraice videor mihi videre deum ipsum loquentem, cutri cogito, eam esse linguam qua Deus et angeli commenta sua siut hominibüs divinitus exequuti.« 0) Reuctilin’s Briefwechsel S. 180. 4) Dies schrieb Thomas Ässhelm, der gewichtige Drucker, aus Tübingen, an Michael Hummelberg; »miJes terrae sänctae hebraicsie« nennt er den Arzt« (Adalbert Horawitz : Äriiiecten zur Geschichte des Hutriact1ismus in Schwaben (1512—1520J, im 86. Bde. der Sifzurigsberichte der philosophisch-iiistofisclieri Clässe der kaiserlichen' Akademie der Wissenschaften, (Wien, 1877), S. 238.