Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
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Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrh. 27 rühmte, die Sprache des Alten Bundes ward, wie man sieht, an erster Stelle genannt1). Verehrungswürdig und hochzuschätzen wegen seiner wunderbaren Kenntnisse im Hebräischen und Griechischen sei Reuchlin, so preist Mutianus Rufus, der bekannte Gothaer Humanist, in einem Brief an seinen Breslauer Freund Gregor Agricola vom Jahre 15142). Aber die Bekanntschaft mit der »heiligen Sprache« stimmte nicht milder gegen die Juden, die Gesamtheit ihrer persönlichen Erhalter. Er g6he damit um, nächstens die hebräische Cabala herauszugeben, schreibt Reuchlin im Jahre 1516, und dabei unterstütze ihn kein Jude und kein hebräisches Buch, denn aus seinem Lande seien die Juden vertrieben3). *) Triplici laurea insignis, hoc est, Hebraeä, Graeca, Latinaque lirigua de omni bärbarie triumpiiasti. Angeführt in: Michael Denis׳, Wiehs Buchdruckergeschichte . . Wien 1782, S. 10. 2) Briefwechsel des Mutianus Rufüs. Gesammelt und bearbeitet von Carl Krause (Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neue Folge IX. Supplement. (Kassel 1885). S. 410: » ... propter hebiraicas et graecas literas, in. quibus mirabiiiier excellit, merito venerabilis et colendus.« 3) Reuchlin’^ Briefwechsel S. 162: Reuchlin an Martihus Gröningus : » ... nec Judaeo ullo nec librorum judaicorum copia adjutus, quippe expulsis ex terra nostra Judaeis.« (Schluß folgt.)