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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 22

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
Date
1909-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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22 Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahr!!. nöch einmal mit der BCfherkuhg: er sei hach jeder S£iie hin sein Von Menschheitsliebe erfüllter Lbhrer göw^sen1׳)'. Auch1 ah seinem römischen Lehrer (an Cesihätdnsi Jüdeo sciliCet Abdiä fi'fiö Jacobi sphütnb) rühmt er die echt menschliche Art, die er im täglichen (Jnterrich'te, da er als Gesandter stm Hofe Papst Alexähddr’s VI. ilcfi aufgehalten, habe empfinden dürfen2 3 4). Reuchlin war zuletzt, wie zuvor in Ingölstädf, in Tübingen Professor der griechischen’ und hebräfscheri Sprache; schon das Concil von Viättne hatte; im Jäfrie 1312, bestimmt, daß' Lehrstühle für die' hebräische, chäldäische und arabische Spräche an den Universitäteh Ro’m, Bologna, Paris, Oxford und SalamanCä geschaffen werden sollten8). Ober die Bedeutung der Reuchlinscheri Werke für die Bibelerkenntnis sagt Ludwig Geiger^): sie hätten die Bibel neu erschlossen, den »Urtext, der so gut wie gänzlich vernachlässigt worden war, in seiner Reinheit hergestellt und die Vulgata in ihrer absichtlichen oder bloß durch Unwissenheit verursachten Verderbhiß bloßgelegt.« »ln diesem kühnen Auftreten gegen eine Jahrhunderte hindurch fast für heilig gehaltene Übertragung »liege« »der großartige Werth von Reuchlins hebräischen Studien; . . .« In der Grammatik unterrichtete Reuchlin nach einem hebräischen Werke5) des jüdischen Schriftstellers David Kimchi, eines Prövenzalen, das im Jahre 1490 in Neapel herauskam, während das Geburtsjahr seines Verfassers, eines noch heute in höchster Wertschätzung stehenden Grammatikers, Lexikographen und Exegeten, noch dem 12. Jahrhundert angehörte. In 1) S. 619: »humanissimus preceptor.« 2) S. 3. »qui reliqui fuerant ea in iingua canones, eos a . . . Abdia . . . sphurno petiui, qui me . . . perquam humaniter . . . erudiuit non sine insignis mercedis impendio.« 3) Johannes Janssen : Geschichte des deutschen Volkes seit dem Ausgang des Mittelalters. 6. Aufi. 1, Bd. (1880) S. 86. 4) Renaissance und Humanismus . . . S. 508. 509. 6) Sepher Schoraschim sive über radicum.

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