Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
Date
1909-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829819-2829821-2846593--36726-2846636
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrh. 21 schiedene Bemannung:. Von Gewicht ist aber auch die Äußerung Reuchlins: die deutschen Juden seien abergläubischer, als die anderen. Er hatte an den auswärtigen Studienorten, an denen wir ihm begegnen, in Paris, Orleans und Poitiers und während mehrerer Aufenthalte in Italien Gelegenheit, fremdländische Juden zu beobachten und über sie urteilen zu hören; sein erster Lehrmeister im Hebraisehen, der kaiserliche Leibarzt Jacob Jechiel Loans (i. J. 1492), war zwar anscheinend von deutscher Geburt, aber sein römischer Lehrer (in den Jahren 1498—1500) Obadja ben Jacob Storno stammte aus Cesena in Mittel-Italien. So sehen wir denn, daß die starke Differenzierung jüdisehen Wesens, die wir heute bei den Juden in verschiedenen Ländern beobachten können, schon damals, als deren Vorfahren ein viel, viel stärkeres Unterschieben zu führen hatten, mindestens schon etwas vorhanden war. Und wer an eine Bestimmung unseres Volkes glaubt, der sollte sich doch dieser Tatsache, die unzweifelhaft Einwirkung durch und Anpassung gegenüber der umgebenden Kulturwelt beweist, nicht verschließen: von einer absoluten Einheit der Juden konnte niemals die Rede sein. Wie hoch Reuchlin seinen ersten Lehrer in der hebräischen Sprache gestellt, daß er ihn wahrhaft herzlich verehrt hat, dessen sind mehrere Äußerungen in den Rudimenta warmfühlige Bekenner. Aus der Seele erklärte er, daß Loans über alles Lob treu ihn unterrichtet habe1); er rühmt seine Gelehrsamkeit2), er gedenkt seiner zweimal mit der innigen Anfügung: »Gottes Barmherzigkeit möge über ihn kommen«3) und er huldigt ihm, gegen den Schluß des Werkes hin, ב.) s. 3. »Is me supra quam dici queat, fideliter literas hebraicas primus edoeuit.« 2) S. 3. ». . . Judeum doctum simul atque literatum;« S. 249. »preceptor meus mea sententia ualde doctus homo Jacobus JefaieL loans hebreus . . .« 8) S. 321 und 619: »misericordia dei ueniai super eum«,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.