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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 20

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
Date
1909-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrh. die folgende Äußerung: Daß die Juden durch Wucher schaden, das geschieht vielleicht nicht nach ihrem Wunsch, absichtlich zu schaden, sie thun solches auf unser Betreiben hin. Auch aus einer anderen Stelle, die Geiger mitteilt1), kann man ersehen, daß Reuchlin Juden und Jüdischem gegenüber motivierend urteilte, ln seinem sprachwissenschaftlichen Werke Rudimenta hebraica, einem Lehrgebäude des Hebräischen2 3), bemerkt er, aus einem Bibelverse folgerten die Juden, mit Christen keinen Wein trinken zu dürfen. Gemeint ist die Äußerung im 5. Buche Mosis, im 38. Verse des 32. Kapitels: »Dann spreche Gott: Wo sind nun ihre Götter, der Fels, auf den sie vertraut? Die das Fett ihrer Opfer verzehrt, getrunken den Wein ihrer Spende, daß sie aufsteh’n, daß sie euch helfen, ein Schirm sei’s über euch!« Auf Grund dieses Spruches, sagt Reuchlin, wollten die Juden in Deutschland, die stärker mit Abergläubischem erfüllt seien, als die unter anderen Nationen lebenden, keinen Wein mit den Christen trinken und dies gegen den klaren Sinn der Bibel, was ihnen bisher schwere Feindschaft und sehr großen Schaden bereitet habe®). Überdenken wir nun die grelle, grausame Wirkung, die von der leidenschaftlich religiösen Verblendung in Spanien ausging, erinnern wir uns des demütigenden Hohnes, dem Juden in Rom ausgesetzt waren und stellen wir daneben, wie Reuchlin maßvoll urteilte, so sehen wir wiederum: das Schicksalsschiff Israels hatte doch vernon est secundum eorum opinionem quod faciant ex proposito nocendi ... et ipsi facinnt ialia ad petitionem nostram . . .« *) S. 128. 2) Geiger, Reuchlin S. 110. 3) S. 326. >Bibebant uinum libaminum. ex quo uersiculo Judei aletnanorum supersticiose plus quam ceterarum nationum nolunt cum christianis uinum bibere, contra tarnen mentem uersiculi, quod eis grauem hactenus concitauit inimiciciam et maxima damna.«

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