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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 118

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1908-01-01
Page
Seite 118 (sequence 7)
Language
German
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118 Besprechung. hass e s.«U1) Freilich hat diese Anerkennung für das Judentum Herrn Krüger gereut* weshalb er im Nachwort erklärt: »Die allgemeine Nächstenliebe, auch den Juden in der Theorie nicht fremd, war ihnen in praxi doch unbekannt. Jesus fordert sie unbedingt«. Hübsch konstruiert, nur hat Herr Krüger unterlassen, die Gründe anzugeben, warum die Forder u n g Hilleis: liebe die Menschen2 3 4 *) und die Ford er u n g Samuels des Kleinen über das Unglück des Feindes sich nicht zu freuen8) T h eori e sind, dagegen die Ford e r ung Jesu : liebet eure Feinde,4 *) Praxis ist. In der Tat findet Fiebig zwischen der Forderung Samuels und der Jesu keinen anderen Unterschied als den zwischen negativer und positiver Fassung eines und desselben Gebotes. Und Herr Krüger hätte gewiß in Punkto Nächstenliebe keinen Gegensatz zwischen den Juden und Jesus gesucht, wenn ihm bekannt gewesen wäre, daß Jesus, der die allgemeine Nächstenliebe unbedingt fordert, gerade in einem praktischen Falle8) gesagt hat, daß das Brot der Kinder nicht den Hunden gegeben werden darf, und daß die Juden, denen »die allgemeine Nächstenlieb e in praxi unbekannt war«, vorgeschrieben haben, heiii־ nische Arme zu ernähre *n6), heidnische Kranke zu besuchen*), heidriische Tote zu begraben8), über heidnische Tote Trauerreden zu halten»), heidnische Leidtragende zu trösten*0) und h ei d n i sehe Braut e a ü s z u s t a 11 e n11). Wenn Herr Krüger der Auffassung _ : <• *) S. 1, Anm. 7. 2) Pirke Abot I, 12. 3) Ibid. IV, 19. 4J Ev. Matth, 5, 44; Ev. Luc, 6, 27. ß) Ev. Matth. 15, .26; Ev. Marc. 7, 27. 0) Tosefta Gittin V, 4 (S. 328), Gittin 6La. 7) Gittin 61a; Jerusch. Demai IV, 6 (24 a, 69), Gittin V, 1 (47 c, 15), Abodah sarah I, 3 (39 c, 59). 8) Tosefta 1. c. 5; Babli und Jerusch. 1. c. 9) Tosefta 1. c. iö) Tosefta I. c., Jerusch. L citatis. 1X) Jerusch. L citatis: ופכניסין כלי; מים. Die Stelle ist vielfach korrigiert und kommentiert worden; vgl. Ch. Kohn in Bet Talmud IV, S. 310. Die einleuchtendste Erklärung ist die Prof. J. Levy’s-Breslau, mitgeteilt von E. Hausdorf, ibid. S. 259, daß כלי כלי, daß also von der Ausstattung der Bräute (הכנסת כלה) die Rede ist. Dies wird vom Zusammenhang unerbittlich gefordert. Zu Krankenbesuch, Begraben der Toten, Trösten der Leidtragenden paßt nur Ausstattung der Bräute, ein Zusammenhang, der aus dem täglichen Gebete ge~^

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